Aktualisiert 27.01.2017 12:32

Foto des GemeinderatesStilexpertin vergibt neuem Stapi die Bestnote

Die Berner Gemeinderäte zeigen sich auf einer offiziellen Fotografie. Fazit des Stil-Checks einer Expertin: Die Politiker machen vieles richtig – aber nicht nur.

von
cho
Der neue Berner Gemeinderat (v.l.n.r.): Reto Nause (CVP), Ursula Wyss (SP), Stapi Alec von Graffenried (GLP), Franziska Teuscher (GB), Michael Aebersold (SP)

Der neue Berner Gemeinderat (v.l.n.r.): Reto Nause (CVP), Ursula Wyss (SP), Stapi Alec von Graffenried (GLP), Franziska Teuscher (GB), Michael Aebersold (SP)

zvg

Donald Trump hat es letzte Woche bewiesen: Kleider machen Leute – und Schlagzeilen. Bei seiner Vereidigung zum Präsidenten hatte der New Yorker seine Krawatte falsch gebunden. Sogar der renommierte «Business Insider» widmete dem Modefauxpas einen ganzen Artikel.

Ein Blick auf das soeben veröffentlichte Fotos des neuen Berner Gemeinderats zeigt: Auch bei uns sind Politiker gegen Stilfettnäpfchen nicht gefeit. Die Stilexpertin Larissa R. Döring von Bonjour Élégance nahm die Räte für 20 Minuten unter die Lupe.

In Sachen Stil ist für Döring der neue Stapi Alec von Graffenried klarer Sieger auf dem Foto: «Der mittelblaue Anzug mit weissem Hemd wirkt souverän und tatkräftig.» Das hellere Blau lasse ihn dynamischer wirken als ein klassisches Dunkelblau. Sein Outfit sei jedoch etwas konservativ: «Energiegeladener geht es mit einer farbigen Krawatte. Mehr Kontrast heisst mehr Power.»

Die Sache mit den Manschetten

Auch für Reto Nause gibt es gute Noten von der Expertin aus Bern: «Die Farbe des Anzugs, dazu das passende Hemd, die Länge der Hosen – es passt alles gut zusammen.» Punkte gibt es auch für den Auftritt ohne Krawatte. Schade sei hingegen, dass Nause den Blazer offen trage: «Für einen formellen Auftritt, schliesst man den ersten Knopf der Anzugsjacke», so Döring. Leider seien auch die Manschetten des Hemdes nicht sichtbar.

Diesen Fehler macht auch Michael Aebersold: «Die Ärmel des Sakkos sind zu lang und die Schuhe sehen zu ungepflegt aus», sagt Döring. Allgemein wirke sein Auftreten etwas bieder und unbeweglich – trotz roter Krawatte, die Power ausstrahle. Der Eindruck hätte mit einem mittelblauen statt dunkelgrauen Anzug verbessert werden können.

Zu süss, zu weiblich

Zu Fransziska Teuscher sagt die Stilexpertin: «Schwarz-Weiss mit zartem Rosa für die grüne Politikerin: Das wirkt zurückhaltend und fast schon zu süsslich.» Die Jacke sei zu weich. Ein Blazer statt der Strickjacke hätte dies vermieden. Statt Zartrosa wäre ein intensive, kräftigere Farbe besser gewesen: «Farbe und Kontrast strahlen auch Kreativität aus.»

Etwas zu viel des Guten davon verortet Döring beim Outfit von Ursula Wyss: «Die schwarze Innenachse ist zu hart – Dunkelblau oder Kaffeebraun wären besser.» Schade findet sie auch, dass die SP-Frau ihre schlanke Silouette in der unförmigen Jacke verstecke. «Das Blumenmuster ist sehr weiblich und romantisch und wirkt bei Frau Wyss nicht sehr authentisch», sagt sie.

Dörings Fazit: «Alles in allem ist es ein sehr freundliches und motiviertes Foto.» Man würde den Politikern ansehen, dass sie bereit seien, sich in die Arbeit zu stürzen.

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