Sennwald SG: Stinkendes Trinkwasser beunruhigt Dorfbewohner
Aktualisiert

Sennwald SGStinkendes Trinkwasser beunruhigt Dorfbewohner

Mehrere Bewohner von Sennwald meldeten am Wochenende eine Veränderung des Trinkwassers: Es roch unangenehm nach Gülle. Die Behörden entwarnen, doch das Rätsel ist noch ungelöst.

von
lad
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Das Wasser in der Gemeinde Sennwald schmeckte am Wochenende definitiv nicht.

Das Wasser in der Gemeinde Sennwald schmeckte am Wochenende definitiv nicht.

viv
Die Gemeinde und der Brunnenmeister erhielten rund 30 Meldungen, das Wasser stinke nach Gülle.

Die Gemeinde und der Brunnenmeister erhielten rund 30 Meldungen, das Wasser stinke nach Gülle.

viv
Darauf hin seien die Leute der Wasserversorgung sofort zur Überprüfung ausgerückt.

Darauf hin seien die Leute der Wasserversorgung sofort zur Überprüfung ausgerückt.

viv

Rund 30 Personen beschwerten sich am Samstag bei der Rheintaler Gemeinde Sennwald oder direkt beim Brunnenmeister wegen des eigenartigen Geschmacks des Trinkwassers. Es stinke – und zwar nach Gülle.

Angestellte der Wasserversorgung der Gemeinde rückten daraufhin sofort zur Überprüfung aus. Am Dienstag gab die Gemeinde dann Entwarnung: Die Proben hätten ergeben, dass zu keiner Zeit eine bakteriologische Verunreinigung vorhanden gewesen sei. Somit habe nie eine gesundheitliche Gefährdung bestanden, schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung.

Bevölkerung verunsichert

Eine Bewohnerin zeigte sich am Mittwoch gegenüber 20 Minuten dennoch beunruhigt über die Situation. Sie hat die Landwirte im Verdacht: «Es würde mich nicht verwundern, wenn ein Bauer das Wasser mit Gülle verunreinigt hätte.»

Stinkendes Trinkwasser – Bewohner beunruhigt

Einwohner Marcel Haller über das verunreinigte Trinkwasser

(Video: viv)

Peter Kindler, Gemeindepräsident von Sennwald, stellt jedoch klar: «Die Landwirte haben nicht falsch oder zu viel Gülle ausgeschüttet.» Das habe man sofort überprüft. Trotzdem denkt die Gemeinde nach dem Vorfall über ein vorläufiges Güllenverbot nach.

Gefährliche Bakterien

«Woher die geschmackliche Verunreinigung kam, weiss man noch nicht», so Kindler am Mittwoch gegenüber 20 Minuten. Das kläre man jetzt mit einem Geologen im betroffenen Gebiet weiter ab. Es könne sein, dass sich im Gelände etwas verändert habe und dies einen Einfluss auf das Wasser hatte. «Vielleicht war ein Hangrutsch nach dem Dauerregen vom Freitag das Problem», so Kindler.

«Es gibt verschiedene Arten der Wasserverschmutzung», so Andri Bryner vom Wasserforschungsinstitut Eawag. Alarmierend sei vor allem eine bakterielle Verunreinigung. Bryner: «Trinkt man beispielsweise Wasser mit Fäkalienkeimen, so kann das schwere gesundheitliche Folgen haben.»

Gestank durch Algen

Laut Bryner gibt es aber auch eine rein geschmackliche Verschmutzung von Trinkwasser. So könne es sein, dass das Wasser stinkt oder abgestanden schmeckt, wenn etwa Algen in Kontakt mit dem Wasser gekommen sind. Bryner: «Es ist unangenehm, aber in der Regel gesundheitlich unproblematisch.» Auch müsse das Wasser nicht zwingend von Gülle verunreinigt worden sein, nur weil es danach rieche.

Die Gemeinde will neue Untersuchungsergebnisse unverzüglich auf ihrer Webseite www.sennwald.ch veröffentlichen.

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