Flatulenzen: Stinkfürze lassen sich ganz einfach vermeiden

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FlatulenzenStinkfürze lassen sich ganz einfach vermeiden

Wer isst, der verdaut und muss irgendwann pupsen. Häufig stinkt das. Aber das lässt sich verhindern – auch ohne auf Käse, Eier oder Fleisch zu verzichten.

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Ein unkontrolliert entfleuchter Furz, der dazu noch faulig riecht, zählt zu den unangenehmsten Situationen.

Ein unkontrolliert entfleuchter Furz, der dazu noch faulig riecht, zählt zu den unangenehmsten Situationen.

Flickr.com/Steven Depolo/CC BY 2.0
Der üble Geruch wird  durch Darmbakterien erzeugt, wenn sie proteinhaltiges Essen wie Eier, Fleisch oder Käse zersetzen. Denn dabei wird faulig riechender Schwefelwasserstoff freigesetzt.

Der üble Geruch wird durch Darmbakterien erzeugt, wenn sie proteinhaltiges Essen wie Eier, Fleisch oder Käse zersetzen. Denn dabei wird faulig riechender Schwefelwasserstoff freigesetzt.

Flickr.com/Pete Prodoehl/CC BY 2.0
Das ist unangenehm für den Betroffenen, aber auch für sein Umfeld.

Das ist unangenehm für den Betroffenen, aber auch für sein Umfeld.

Colourbox.com

Wenn es im Darm rumort, sind Flatulenzen nicht fern. Schuld daran sind die Bakterien der Darmflora, die den Nahrungsbrei zersetzen.

Sie wandeln die darin enthaltenen Kohlenhydrate in Wasserstoff, Kohlendioxid und Methan um. Diese Stoffe entfleuchen mitunter lautstark, müffeln aber nicht. Die Darmbakterien zersetzen aber auch die Proteine. Und die geben den entweichenden Gasen den üblen Duft des faulig riechenden Schwefelwasserstoffes.

Weniger pupsen trotz Eiweissen

Das ist unangenehm für den Betroffenen, aber auch für seine Umgebung. Zudem stehen die modrig riechenden Fürze im Verdacht, das Risiko für chronische Darmerkrankungen oder sogar Darmkrebs zu erhöhen.

Deshalb haben Forscher der Monash University in Melbourne untersucht, wie sich die Entstehung des Schwefelwasserstoffs durch Lebensmittel einschränken lässt – ohne dass man dafür völlig auf proteinhaltige Produkte wie Käse, Eier oder Fleisch verzichten muss.

Stinkfürze lassen sich ganz einfach vermeiden

Ohne Geruch sind Fürze halb so schlimm. (Video: Flickr.com/Jen/CC BY 2.0)

Aminosäure als Schwefelwasserstoff-Booster

Dazu untersuchte das Team um Chu Yao den Kot von sieben gesunden Erwachsenen und fügte den Proben im Labor bestimmte Mengen an Cystein zu. Diese schweflige Aminosäure kommt in proteinreichen Lebensmitteln in grosser Konzentration vor.

Die erneute Analyse der Stuhlproben zeigte, dass die darin enthaltenen Darmbakterien nun die siebenfache Menge an Schwefelwasserstoff im Vergleich zu vorher produzierten.

Dagegen kann man etwas unternehmen

Weiter fanden die Forscher heraus, dass das Ganze auch umkehrbar ist. Und zwar durch Hinzufügen von langsam abbaubaren Kohlenhydraten. Dadurch sanken die Schwefelwasserstoff-Emissionen deutlich.

Als besonders effektive Substanz entpuppte sich Stärke, die in Kartoffeln, Bananen oder Getreideprodukten vorkommt. Aber auch sogenannte Fruktane, also Mehrfachzucker, die unter anderem in Weizen, Artischocken und Spargel anzutreffen sind, wirkten Wunder. Die Stoffe senkten die üblen Gerüche um 75 Prozent.

Neue Ernährungsratschläge

Sollte sich das Ergebnis in einer Studie mit Menschen bestätigen, wird das einige Ernährungsvorschläge über den Haufen werfen, kommentiert der «New Scientist» die an der Jahrestagung der Gastroenterologischen Gesellschaft Australiens vorgestellten Resultate.

Denn bislang wird Menschen, die unter exzessiven, geruchsintensiven Blähungen – sogenanntem Meteorismus – leiden, geraten, auf ballaststoffreiche Lebensmittel zu verzichten. Das könnte sich nun ändern.

Wer das Richtige isst, stinkt weniger. (Video: Youtube/New Scientist)

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