Stippvisite Schröders in Afghanistan

Aktualisiert

Stippvisite Schröders in Afghanistan

Zwei Tage nach der Präsidentenwahl in Afghanistan ist Bundeskanzler Gerhard Schröder zu einem Kurzbesuch in Kabul eingetroffen.

In der afghanischen Hauptstadt wollte er zunächst die Führung der internationalen Friedenstruppe ISAF sowie deutsche Soldaten treffen. Anschliessend steht ein Gespräch mit Präsident Hamid Karsai auf dem Programm. Zudem will Schröder Teilnehmer des ersten deutsch-afghanischen Schüleraustauschs treffen.

Afghanistan ist die letzte Station einer einwöchigen Asien-Reise Schröders. Zuvor war er in Indien, Vietnam und Pakistan. Vor seiner Abreise nach Kabul würdigte er in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad den weitgehend friedlichen Verlauf der Präsidentenwahl. Dies mache allen, die an einem demokratischen und stabilen Afghanistan interessiert seien, «wirklich Mut». «Wir wollen, dass Afghanistan auf diesem Weg weiter geht.»

Schröder hatte trotz mehrerer Anschläge vor der Wahl an der Afghanistan-Reise festgehalten. Dies sei er den dort stationierten deutschen Soldaten und zivilen Aufbauhelfern schuldig, sagte er. In Afghanistan sind rund 1.850 deutsche Soldaten als Teil der internationalen Friedenstruppe ISAF stationiert. Hinzu kommen rund 320 Lufttransportkräfte im usbekischen Termes nahe der afghanischen Grenze. Deutschland stellt damit das grösste Kontingent in der ISAF-Truppe, der insgesamt 8.900 Soldaten angehören. Der Bundestag hatte den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr Ende September um ein weiteres Jahr verlängert.

Asien-Reise dominiert von Bemühungen um UN-Reform

Die Asien-Reise Schröders war von seinen Bemühungen um eine Reform und Erweiterung des UN-Sicherheitsrats dominiert. Deutschland will sich gemeinsam mit Indien, Japan und Brasilien um einen ständigen Sitz in dem Gremium bewerben. Auf dem Asien-Europa-Gipfel in Hanoi, bei dem 38 Staaten vertreten waren, wurde nach Schröders eigenen Angaben eine «breite Unterstützung» für eine deutsche Kandidatur deutlich. In Pakistan traf der Kanzler allerdings auf Ablehnung. Präsident Pervez Musharraf sprach sich prinzipiell gegen eine Erweiterung des Sicherheitsrats aus. (dapd)

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