Zu viele Autos: Stockendes Verkehrskonzept in Basel

Aktualisiert

Zu viele AutosStockendes Verkehrskonzept in Basel

Bis 2020 soll Basel-Stadt den Autoverkehr um 10 Prozent reduzieren – die jüngsten Entwicklungen zeigen jedoch in die entgegengesetzte Richtung. 31 Massnahmen sollen dies ändern.

von
Benjamin Rosch

Verkehrszählungen in Basel haben ergeben, dass der individuelle, motorisierte Strassenverkehr wieder leicht gestiegen ist. Auf dem Stadtnetz sind dies 0,3 Prozent. Laut Städteinitiative gefordert wäre allerdings eine Reduktion um 10 Prozent zwischen den Jahren 2010 und 2020. Wie Regierungsrat Hans-Peter Wessels am Montag bekanntgab, ist dieses Ziel inzwischen «unrealistisch».

Besonders der Verkehr aus und nach Frankreich, Deutschland und Baselland habe zugenommen. «Die Verlagerung auf ÖV und Velo funktioniert zwar», sagt Mobilität-Stratege Simon Kettner, «aber sehr langsam.»

Kosten unklar

So langsam, dass das Fernziel auf das Jahr 2025 verschoben werden musste. 31 Massnahmen sollen bei der Umsetzung davon helfen, ein entsprechendes Leitbild wurde in die Vernehmlassung geschickt. Wird es angenommen, wird die Lage für Autofahrer ungemütlicher: Ein wichtiger Punkt ist die Parkraumbewirtschaftung. «Im Vordergrund steht dabei nicht die Anzahl der Parkplätze, sondern wie viel er den Benutzer kosten soll», so Wessels. Eine Verteuerung sei eine Möglichkeit, die vom Volk gewollte Reduktion des Autoverkehrs umzusetzen.

Wie teuer der gesamte Plan wird, wollte Wessels nicht beziffern. Alleine für die Erweiterung des Tramnetzes bis 2020 sind jedoch 350 Millionen Franken budgetiert sowie «einige hundert Millionen Franken für Herzstück und Mitfinanzierung weiterer Bahnausbauten», wie es im Leitbild heisst. Insgesamt dürften sich die Kosten also im tiefen Milliardenbereich bewegen.

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