Stop-Aids-Plakate sabotiert
Aktualisiert

Stop-Aids-Plakate sabotiert

Die neuen Stop-Aids-Plakate stossen bei manchen Zürcher Bürgern auf Ablehnung. Mit «Pfui»-Klebern versuchen sie seit Tagen, den Aufklärern das Maul zu verbieten.

Die Hollywood-Stars Renée Zellweger und Marc Forster stehen dazu: «Eindringen immer mit Gummi – Sperma und Blut nicht in den Mund». Für die neue Stop-Aids-Kampagne des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) verkünden sie dies schweizweit von Plakatwänden.

Einigen Zürchern gehen die Erläuterungen offenbar zu weit – sie haben den Promis den Mund kurzerhand mit einem «Pfui»-Sticker zugeklebt. Darunter doppeln die anonymen Saboteure nach: «Dumme Werbung beleidigt das Volk».

Serge Deville, Texter der Kampagne, kann diesen Widerstand nicht verstehen, «nur weil sie die Dinge beim Namen nennt». Zwar hätten schon Tests im Vorfeld gezeigt, dass erstaunlich viele Junge zwischen 17 und 20 Jahren Mühe mit den Sprüchen haben. Aber: Provokation ist Programm. «Uns war wichtig, dass HIV/Aids wieder stärker thematisiert wird», so Deville.

Die Plakat-Verschandler müssen sich dennoch in Acht nehmen. Markus Allemann, BAG-Leiter der Kampagne: «Sabotieren sie wiederholt unsere Plakate, können wir juristische Schritte nicht ausschliessen.»

Alexandra Roder

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