Kaiseraugst trauert: Storch-Legende Camino stirbt grausamen Tod
Aktualisiert

Kaiseraugst trauertStorch-Legende Camino stirbt grausamen Tod

Camino der Storch hat seine Heimreise aus dem Süden nicht überlebt. Während seine Fans trauern, freuen sich die Anhänger von Zolli-Storch Lenny auf dessen baldige Ankunft.

von
jd
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Camino der Storch, eine Berühmtheit in der Region Kaiseraugst, ist auf seiner Heimreise von Spanien in die Schweiz gestorben .Über Camino drehte das Schweizer Fernsehen sogar einst einen Beitrag, da er auf einem Kran nistete.

Camino der Storch, eine Berühmtheit in der Region Kaiseraugst, ist auf seiner Heimreise von Spanien in die Schweiz gestorben .Über Camino drehte das Schweizer Fernsehen sogar einst einen Beitrag, da er auf einem Kran nistete.

Screenshot SRF
Besser geht es seinem Artgenossen Lenny, dem berühmtesten Storch des Basler Zolli.

Besser geht es seinem Artgenossen Lenny, dem berühmtesten Storch des Basler Zolli.

Zoo Basel (Torben Weber)
Basler Storch Lenny ist aber gesund und munter und wird frühestens am 14. Febraur in Basel einfliegen. Seine rund 1500 Fans auf Facebook verfolgten wie jedes Jahr seine Reise aus dem Süden.

Basler Storch Lenny ist aber gesund und munter und wird frühestens am 14. Febraur in Basel einfliegen. Seine rund 1500 Fans auf Facebook verfolgten wie jedes Jahr seine Reise aus dem Süden.

Zoo Basel (Torben Weber)

Todesurteil Hochspannungsleitung: Mit nur drei Jahren verunglückte Storchen-Männchen Camino in Spanien wegen einer Stromleitung. Der Storch, der seine Winterruhe im warmen Süden beendet hatte, wurde in seiner Schweizer Heimat Kaiseraugst bereits sehnlichst erwartet.

Camino war ein besonderer Storch. Seit er als Nestling mit sieben Wochen mit einem Peilsender ausgestattet wurde, konnte jedermann im Internet verfolgen, wo er sich gerade befand.

Störche hätten, wie Wildtiere im Allgemeinen, ein riskantes Leben, weiss Bruno Gardelli, Leiter der Storchen- und Vogelpflegestation Möhlin. Wetterumschwünge, Futtermangel, Raubtiere oder von Menschen geschaffene Gefahren wie eben Stromleitungen oder Autos und Züge sorgen dafür, dass jährlich Hunderte Störche sterben. «In der Vergangenheit wurden sogar zwei Störche erschossen. Und das in der Schweiz», sagt Gardelli. Viele Störche werden nach ihrem Tod erst gar nicht gefunden, da sie keinen Sender tragen, der auf ihren Standort schliessen lässt.

«Die Storchen-Population ist fast zu gross»

Nicht so Caminos Kadaver, der in der Nähe der spanischen Mülldeponie Montoliu im Januar aufgefunden wurde. Auf der dieser Müllhalde verbrachte er die Wintermonate, da sich im Abfall der ein oder andere Leckerbissen versteckte.

Trotz überall lauernden Gefahren steht es gut um die Schweizer Storchen, so Gardelli. «Die Population ist fast zu gross», sagt der Storchenvater, der tagein, tagaus über «seine» Tiere Statistik führt. Es gebe Jahre, da schlüpften in Möhlin zehn Junge und dann gebe es Jahrgänge, da zähle seine Station bis zu 30 Küken. «Im Frühling, meist im April, entscheidet sich dann, wie viele durchkommen. Ist der Monat kalt und nass, versaufen die Jungtiere in ihren Nestern. Das ist die natürliche Selektion», so Gardelli.

Urs Wullschleger, der beim Horst in Kaiseraugst wohnt und Camino aufwachsen sah, ist traurig, wie er gegenüber der «bz Basel» sagt. «Auch im Dorf ist die Todesnachricht mit grossem Bedauern aufgenommen worden», sagt er.

Alle warten auf Lenny

Während Caminos Todesnachricht die Kaiseraugster Gemüter betrübt, freuen sich die Basler auf ihren langschnabligen Helden. Lenny, der stets um den 3. Februar seine Heimreise aus dem spanischen Winterquartier Richtung Zolli antritt.

«Lenny hat bald die spanisch-französische Grenze erreicht», informiert der Zolli auf Facebook über seinen rund 16-jährigen Liebling. Frühestens am 14. Februar werde Lenny in Basel einfliegen, weiss Tierpfleger Markus Bracher. Seine Ankunft sei von der hiesigen Temperatur abhängig. «Wenn es hier nochmals kalt wird, bleibt Lenny lieber noch ein bis zwei Wochen in der Camargue. Das macht er immer so, er ist sehr erfahren und gehört eher zu den spät eintreffenden Störchen», so Bracher. Wenn sich Lenny beeilt, hat er Glück: Sein liebster Horst sei zurzeit noch frei.

Lennys Reise kann hier mit nur einem Klick verfolgt werden.

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