03.06.2019 14:42

Ibiza-Video

Strache zeigt «Spiegel» und «Süddeutsche» an

Das «Ibiza-Video» brachte den ehemaligen österreichischen Vizekanzler Heinz-Christian zu Fall. Nun geht er gegen alle daran beteiligten Personen vor.

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fss/red/afp
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Drei Monate vor der Parlamentswahl 2017 traf sich FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache mit dem damaligen Wiener Vizebürgermeister Johann Gudenus auf Ibiza mit einer anonym gebliebenen Frau.

Drei Monate vor der Parlamentswahl 2017 traf sich FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache mit dem damaligen Wiener Vizebürgermeister Johann Gudenus auf Ibiza mit einer anonym gebliebenen Frau.

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Sie stellte sich bei den beiden als Nichte eines reichen russischen Oligarchen vor. Von diesem Treffen wurde ein geheimes Video aufgenommen.

Sie stellte sich bei den beiden als Nichte eines reichen russischen Oligarchen vor. Von diesem Treffen wurde ein geheimes Video aufgenommen.

Screenshot Spiegel/SZ
Bei der Frau handelte es sich um einen Lockvogel. Die Aufnahmen bringen den Vizekanzler nun in Bedrängnis, denn die Aussagen haben es in sich.

Bei der Frau handelte es sich um einen Lockvogel. Die Aufnahmen bringen den Vizekanzler nun in Bedrängnis, denn die Aussagen haben es in sich.

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Heinz-Christian Strache, Ex-FPÖ-Chef und Hauptdarsteller in dem Ibiza-Video, geht auch in Deutschland rechtlich gegen mehrere Personen vor.

Straches Anwalt habe «Strafanzeige gegen alle Personen gestellt, die für die Herstellung, Verbreitung und Veröffentlichung des sogenannten Ibiza-Videos mitwirkend verantwortlich sind», teilte die Staatsanwaltschaft München gegenüber dem «Standard» mit. Auch die Staatsanwaltschaft in Hamburg erhielt einen Schriftsatz.

Das Nachrichtenmagazin «Spiegel» und die «Süddeutsche Zeitung», die zuerst über das Video berichtet hatten, haben ihren Sitz in Hamburg beziehungsweise München.

Mehrere Anzeigen

Auch Privatpersonen hätten bereits Strafanzeigen gegen die Medien erstattet, hiess es von der Staatsanwaltschaft. Weil sich diese auch gegen einzelne Personen richten, sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

Strache hatte in Wien bereits Anzeige gegen den Anwalt Ramin M., den Detektiv Julian H. und den weiblichen «Lockvogel» erstattet. Da der bürgerliche Name der vermeintlichen Oligarchin nicht bekannt ist, musste Anzeige gegen Unbekannt erstattet werden.

Gesamte Regierung gestürzt

Hintergrund der Regierungskrise in Österreich ist ein heimlich auf Ibiza gedrehtes Enthüllungsvideo, das zeigt, wie Heinz-Christian Strache vor der Parlamentswahl 2017 einer vermeintlichen russischen Oligarchen-Nichte im Gegenzug für Wahlkampfhilfe Staatsaufträge in Aussicht stellt. Daraufhin platzte die Koalition zwischen konservativer ÖVP und rechtspopulistischer FPÖ.

Als Reaktion auf das Ibiza-Video hatte das Parlament in Wien vor einer Woche die gesamte Regierung per Misstrauensvotum gestürzt. Einen Tag später wurde das Kabinett vom Präsidenten formell abgesetzt.

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