Schweizer Tierschutz: Strafanzeige gegen Circus Royal
Aktualisiert

Schweizer TierschutzStrafanzeige gegen Circus Royal

Laut dem Schweizer Tierschutz hat der Zirkus Ziegen, Schafe, Schweine und Nandus bis zu 27 Stunden ohne Futter und Wasser in einem Sattelschlepper gelassen. Der Zirkus weist die Vorwürfe zurück.

Dem Circus Royal - hier zwei Clowns in einer älteren Aufnahme - droht Ungemach.

Dem Circus Royal - hier zwei Clowns in einer älteren Aufnahme - droht Ungemach.

Der Vorfall habe sich bei der Verschiebung des Zirkus von Bregenz (A) nach Emmenbrücke LU ereignet, teilte der Schweizer Tierschutz (STS) am Montag mit. Ein STS-Team habe beobachtet, wie die sieben Ziegen, zwei Schafe, drei Schweine und fünf Nandus bis zu 27 Stunden in einen Sattelschlepper gesperrt waren, ohne dass die Tiere in diesem Zeitraum gefüttert oder getränkt worden wären.

Einer von drei Sattelschleppern sei bei Kälte und Schneefall «unerklärlicherweise» einen ganzen Tag auf einem Parkplatz beim Zollübergang von St. Margrethen SG stehen geblieben.

Während 27 Stunden eingesperrt?

Erst über 24 Stunden nach dem Verladen der Tiere sei der Sattelschlepper abgeholt worden und drei Stunden später in Emmenbrücke eingetroffen. Dort habe das STS-Team auch festgestellt, dass die Tiere in den beiden ersten Lastwagen noch nicht freigelassen worden waren. Es sei daher davon auszugehen, dass sämtliche Zirkustiere während rund 27 Stunden in den Lastwagen eingesperrt waren.

«Der STS ist entsetzt, dass ein Schweizer Zirkusunternehmen seine Tiertransporte derart unfachmännisch organisiert und den sensiblen Zirkustieren damit Transporte im Camion zumutet, für die ein professioneller Schlachttier-Transporteur bestraft würde», schreiben die Tierschützer.

Der STS hat deshalb beim Kanton St. Gallen Strafanzeige eingereicht, weil die Tiere die längste Zeit dort auf dem Parkplatz im Transporter gehalten wurden, wie Sara Wehrli vom STS auf Anfrage sagte. Und weil der Grenztierarzt sich nicht habe einmischen wollen. «Das wollten wir beim Kanton St. Gallen auch deponieren», sagte sie.

Zirkus gelassen

Olivier Skreinig, Kodirektor des Circus Royal, sieht kein Verschulden beim Zirkus. «Wir haben uns unseres Wissens nach ans Gesetz gehalten», sagte er der Nachrichtenagentur SDA.

Nach Ankunft des Zirkus' in Emmenbrücke hätten der Veterinärdienst des Kantons Luzern und die Polizei alles überprüft und am Folgetag die Transporter ausgemessen. Es sei nichts beanstandet worden, sagte Skreinig.

Der Anzeige sieht er deshalb gelassen entgegen. Vor allem auch, weil der Kanton St. Gallen nicht zuständig sei, sondern - wenn überhaupt - der Kanton Luzern, da der Zirkus bis ins neue Jahr da gastiere.

Anzeige eingegangen

Das Untersuchungsamt St. Gallen bestätigte, dass die Zuständigkeit noch überprüft werden müsse. Eine Anzeige sei eingegangen.

Thomas Kalbermatter, Bereichsleiter Tierschutz beim Veterinärdienst des Kantons Luzern, hielt auf Anfrage fest, dass an der Tierhaltung in Emmenbrücke nichts zu beanstanden sei. Betreffend Tiertransport habe er keine erheblichen Mängel festgestellt. Es sei jedoch an der St. Galler Staatsanwaltschaft, über die strafrechtliche Relevanz der STS-Anzeige gegen den Zirkus zu entscheiden. (sda)

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