Bernhardiner in Zermatt : Strafanzeige gegen Hundehalter eingereicht
Aktualisiert

Bernhardiner in Zermatt Strafanzeige gegen Hundehalter eingereicht

Der Schweizer Tierschutz wird wegen den Fotohunden in Zermatt aktiv: Ein Besitzer halte seine Hunde nicht artgerecht. Die Tiere müssten Qualen leiden.

von
num
1 / 6
Folgende Bilder wurden vom Schweizer Tierschutz (STS) in Zermatt aufgenommen. Sie zeigen, ...

Folgende Bilder wurden vom Schweizer Tierschutz (STS) in Zermatt aufgenommen. Sie zeigen, ...

Schweizer Tierschutz STS
... wie die Bernhardiner allein ...

... wie die Bernhardiner allein ...

Schweizer Tierschutz STS
... in einem leerstehenden Haus eingesperrt sind.

... in einem leerstehenden Haus eingesperrt sind.

Schweizer Tierschutz STS

Der Bernhardiner mit dem Fässchen um den Hals gehört zu Zermatt wie das Matterhorn. Mehrere Hundebesitzer haben daraus ein Geschäft gemacht und stellen ihre Tiere den Touristen für Fotos zur Verfügung – natürlich gegen ein Entgeld. Laut Tierschützern müssen die Hunde für diesen Job aber leiden.

Der Tierschutz Oberwallis, der bereits seit einiger Zeit die nicht artgerechte Haltung der Hunde anprangert, erhält jetzt Unterstützung vom Schweizer Tierschutz (STS). Dieser observierte nach eigenen Angaben während zehn Tagen die Haltung und die Lebensbedingungen von sieben Hunden eines Anbieters.

Fotoshootings seien «eine Qual»

Die Hunde werden laut STS in einem Abbruchhaus gehalten. «Ohne fliessend Wasser und vermutlich ohne Strom und ohne Heizung. Der angrenzende, als Zwingerauslauf genutzte Garten ist mit Kot und Urin verschmutzt», schreibt der STS in einer Medienmitteilung. Weiter müssten die Hunde auf ausgedehnte Spaziergänge, artgerechte Beschäftigung, Sozialkontakte und Streicheleinheiten verzichten.

Die Fotoshootings seien zudem «eine Qual» für die Bernhardiner. Während vier bis sechs Stunden in vorgegebenen Positionen auszuharren, führe zu Überforderung und Aggressionen. Das habe bereits zu verschiedenen Beissattacken geführt. Der STS hat heute Strafanzeige gegen den verantwortlichen Tierhalter eingereicht.

«Sind froh um Anzeige»

Der Walliser Kantonstierarzt Jérôme Barras kann gegenüber 20 Minuten zu Details keine Stellung nehmen, sagt aber: «Wir sind froh um die Anzeige. Denn nun kann sich die Justiz damit befassen und den Fall endgültig beurteilen.» Es gebe mehrere Betriebe mit Fotohunden und diese müssten Auflagen einhalten, um eine Bewilligung zu erhalten.

Gemäss Barras habe man beim betreffenden Betrieb zwar in den vergangenen Jahren korrigierend eingreifen müssen. Bei der letzten Kontrolle sei aber alles in Ordnung gewesen. «Die Mitarbeiterin, die zuletzt die Bernhardiner kontrollierte, ist eine Hundefachfrau und sie verteilte mit Sicherheit keine Geschenke, wenn sie Missstände feststellen würde», sagt Barras.

Deine Meinung