Niederbüren SG: Strafanzeigen gegen «Pranger»-Präsi
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Niederbüren SGStrafanzeigen gegen «Pranger»-Präsi

Er wollte das Dorf «sicherer machen» und hat fünf Vandalen an den Pranger gestellt. Nun hat der Gemeindepräsident von Niederbüren SG mehrere Strafanzeigen am Hals.

von
amc

Es ist eine Frage der Zeit gewesen, nun ist es eingetroffen: Gegen Niklaus Hollenstein, Gemeindepräsident von Niederbüren, sind mehrere Strafanzeigen eingegangen, wie das Untersuchungsamt Gossau auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA mitteilte. Hollenstein veröffentlichte im Dezember die Namen und Adressen von fünf Vandalen im Alter von 12 und 13 Jahren im Gemeindeblatt und löste eine Debatte in der St. Galler Gemeinde aus.

Eltern und Experten fanden das Vorgehen völlig übertrieben: «Gegen meinen Sohn läuft ein Verfahren, damit ist er genug gestraft», sagte der Vater eines Vandalen gegenüber 20 Minuten Online. Viele der Eltern fürchteten negative Folgen bei der Lehrstellensuche. Selbst der St. Galler Staatsanwalt Thomas Hansjakob fand die die Aktion «heikel».

Die Eltern von Betroffenen wehren sich nun rechtlich gegen die Namensveröffentlichung, die wegen des Persönlichkeitsschutzes juristisch heikel ist. Ob es zu einem Strafverfahren gegen Hollenstein kommt, muss jetzt die kantonale Anklagekammer entscheiden.

Gemeindepräsident schweigt

Staatsanwalt Heinrich Gründler vom Untersuchungsamt Gossau bestätigte den Eingang mehrerer Anzeigen. Gemeindepräsident Niklaus Hollenstein wollte sich am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA nicht zum Fall äussern.

Die angeprangerten Vandalen sollen Ende November im Dorf Weihnachtsbeleuchtungen heruntergerissen, die Scheiben einer Scheune eingeschlagen und einen Inselschutzpfosten demoliert haben. Sie müssen sich deswegen vor der Jugendanwaltschaft verantworten. (amc/sda)

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