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Strafanzeigen per Mausklick: Polizeiposten im Internet?

Mausklick statt Anstehen: Wer eine Anzeige machen will, soll nicht mehr auf einen Polizeiposten gehen müssen, sondern dies übers Internet erledigen können.

Das fordern Linkspolitiker der Stadt Bern. «Eine Strafanzeige aufzugeben ist heute oft ein stundenlanger Spiessrutenlauf», sagt SP-Stadtrat Raymond Anliker. Seit in den Quartieren die Polizeiwachen aufgehoben wurden, gibt es in der Stadt Bern nämlich nur noch wenige Polizeistützpunkte. Dort komme es dann häufig zu Staus vor dem Schalter.

Ein weiteres Problem seien die Öffnungszeiten: «Wenn jemand berufstätig ist, hat er fast keine Chance», sagt Anliker. «Mit den heutigen technischen Mitteln ist eine bessere Lösung möglich.» Darum fordern linke Politiker jetzt, dass in Bern ein Internet-Polizeiposten eingerichtet wird. Dort könnten Anzeigen, Verkehrsmeldungen oder auch Feedbacks aufgegeben werden.

«Die Idee ist für uns nicht neu», sagt Stapo-Sprecherin Franziska Frey. «Wir haben die Möglichkeit geprüft und einige Online-Angebote eingeführt.» Tests hätten aber gezeigt: Der Aufwand für Anzeigen übers Internet sei grösser als die Zeitersparnis, weil man oft aufwändige Nachabklärungen anstellen müsse. Anliker: «Es kann funktionieren: Berlin hat eine Internetwache eingeführt – und die ist ein Erfolg.»

Andrea Abbühl

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