Aktualisiert 18.02.2011 14:43

EnergieetiketteStrafe für Dreckschleudern

Jetzt geht es den Offroadern an den Kragen. Boliden mit hohem Spritverbrauch sollen bei der Energieetikette schlechter abschneiden als bisher.

Der absolute Treibstoffverbrauch soll bei der Energieetikette künftig stärker gewichtet werden.

Der absolute Treibstoffverbrauch soll bei der Energieetikette künftig stärker gewichtet werden.

Die Energieetikette für Fahrzeuge wird überarbeitet. Neu soll der absolute Treibstoffverbrauch bei der Beurteilung der Energieeffizienz stärker gewichtet werden.

Konkret will das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), dass der absolute Treibstoffverbrauch künftig zu 65 Prozent gewichtet wird. Bislang hing die Einteilung der Personenwagen in die Energieeffizienz-Kategorien zu rund 60 Prozent vom absoluten Treibstoffverbrauch ab. 40 Prozent basierten auf dem Quotienten zwischen Treibstoffverbrauch und Leergewicht.

Diverse Verschärfungen

Der Bundesrat entschied bereits letzten Juni, dass diesem relativen Wert ein zu grosses Gewicht beigemessen wird. Je stärker dieser Quotient nämlich gewichtet wird, desto eher werden auch schwere Fahrzeuge mit hohem Treibstoffverbrauch in den besten Kategorien eingestuft.

Energieetiketten für Autos sind seit 2003 obligatorisch. Die Personenwagen werden dabei in sieben Effizienzkategorien von A bis G eingeteilt: A steht für ein energieeffizientes, G für ein vergleichsweise ineffizientes Fahrzeug

Neu soll auf der Energieetikette auch der Verbrauch in Liter Benzinäquivalent pro 100 Kilometer angegeben werden. Zudem sollen auf der überarbeiteten Etikette die CO2-Emissionen optisch hervorgehoben werden.

Als Vergleichswert soll dabei nicht mehr der durchschnittliche CO2-Ausstoss aller angebotenen Neuwagen angegeben werden, sondern der erfahrungsgemäss tiefere Durchschnittswert der im Vorjahr verkauften Neuwagen.

Um zu verhindern, dass der Anteil an Fahrzeugen in der Kategorie A von Jahr zu Jahr zunimmt, will das UVEK in der Energieverordnung festschreiben, dass die Etiketten künftig jährlich dem neusten Stand der Technik angepasst werden und nicht wie bisher alle zwei Jahre.

Kompromiss

Bei der Überarbeitung der Energieetikette handelt es sich um einen politischen Kompromiss: Wegen starker Widerstände verzichtete der Bundesrat letzten Sommer darauf, diese durch eine Umweltetikette zu ersetzen. Stattdessen sprach er sich für die nun in die Anhörung geschickte Überarbeitung der Energieetikette aus.

Die Umweltetiketten hätten über die gesamte Umweltbelastung eines Fahrzeuges Auskunft gegeben, also etwa auch über den Ausstoss an Luftschadstoffen und den Lärm. Dies ging den Autoverbänden zu weit. Gleichzeitig monierten die Umweltverbände einen zu starken Einfluss der Energieeffizienz auf die Bewertung.

Durch die Neuerungen kommt es bei der Einteilung der Fahrzeuge in die Effizienzkategorien zu einigen Änderungen. Gemäss Angaben des Bundesamts für Energie werden etwa 50 Fahrzeuge von der Kategorie A in die Kategorie B zurückgestuft. 200 Fahrzeuge sollen von B- zu C- Fahrzeugen werden. (sda)

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