Aktualisiert 11.01.2010 13:50

Fritten für den Fiskus

Strafsteuer auf Hamburger und Cola

Fertig fettig und günstig: Ab dem 1. März soll in Rumänien eine Strafsteuer für Fastfood und andere Dickmacher eingeführt werden. Was süss und fett ist, soll den Hungrigen sauer aufstossen.

von
amc
Schmeckt nicht nur gut, sondern könnte in Rumänien auch das Haushaltsbudget des Staates aufbessern: Ein Bigmac.

Schmeckt nicht nur gut, sondern könnte in Rumänien auch das Haushaltsbudget des Staates aufbessern: Ein Bigmac.

Tabaksteuer, Alkoholsteuer, Lottosteuern: Mit Zusatzabgaben versucht der Staat den Bürger vor Sünden zu bewahren. Wer dennoch seinen Körper drangsalieren will, der muss eben tiefer in die Tasche greifen. Netter Nebeneffekt: Die Steuerkassen werden aufgebessert.

Nun könnte eine neue Strafsteuer eingeführt werden: In Rumänien sollen ab dem 1. März fettige Chips, triefende Döner und süsses Cola mit einer Zusatzabgabe uninteressant gemacht werden. Der Staat versucht damit die Einwohner zu einem gesunden Lebenswandel zu motivieren, wie die «Süddeutsche Zeitung» schreibt.

Die Argumente, die der Gesundheitsminister dabei ins Feld führt, teilen Ernährungsexperten in aller Welt, wie es weiter heisst. Immer mehr Menschen in Europa leiden unter Fettleibigkeit. Die Folgen sind unschön: Diabetes, Bluthochdruck und letztlich ein verfrühter Abgang. In Rumänien sollen deshalb nach dem Willen des Ministers demnächst alle Produzenten und Importeure zahlen, deren Säfte, Snacks oder Fertigprodukte zu viel Zucker, Salz und Fett enthalten.

Kein Einzelfall

Der Griff zur Gebührenkeule ist keinesfalls abwegig: In den USA wird ein ähnliche Steuerabgabe längst diskutiert und in Taiwan war es kurz vor Weihnachten ein Thema. Tatsächlich hat das Ernährungsverhalten auch in der Schweiz seine Spuren hinterlassen: 37 Prozent der Schweizer Bevölkerung ist laut einer Studie zu dick (20 Minuten Online berichtete). Zwar achten die Schweizer auf irgend etwas bei der Ernährung, dennoch könnte das Essverhalten «optimiert» werden.

Noch ist aber nicht definitiv Schluss mit Hamburger-Festessen in Rumänien: Das Parlament in Bukarest muss erst noch über den Vorschlag debattieren. Erste Proteste aus der Ernährungsindustrie sind bereits öffentlich geworden. Man darf gespannt sein, wem die Steuer zuerst auf den Magen schlägt.

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