Strafuntersuchung nach Brückeneinsturz
Aktualisiert

Strafuntersuchung nach Brückeneinsturz

Der Brückeneinsturz im ausserrhodischen Bühler vom vergangenen 5. Dezember hat eine Strafuntersuchung gegen zwei Verantwortliche aus der involvierten Bauwirtschaft zur Folge.

Wie die Ausserrhoder Polizei am Dienstag mitteilte, besteht der Verdacht, dass die Tragfähigkeit des Trägers ungenügend berechnet wurde.

Beim Brückeneinsturz war nur durch ausserordentliches Glück niemand verletzt worden: Sechs Bauarbeiter waren mit der Betonierung der neuen Brücke beschäftigt, als das ganze Bauwerk an jenem Dienstagmorgen um 09.45 Uhr einstürzte. Die Brücke mit einer Spannweite von 20 Metern führt über den Rohrbach und hätte im kommenden Frühling eine alte, tiefer gelegene Brücke ersetzen sollen.

Der zuständige Verhörrichter hat inzwischen ein fachliches Gutachten, das im Auftrag des Departementes Sicherheit und Justiz erstellt worden ist, ausgewertet und eine Strafuntersuchung eingeleitet. Als Grund für den Einsturz wird von Experten die ungenügende Knickausstreifung des Obergurtes der Hauptträger angegeben. Es bestehe der Verdacht, dass die Tragfähigkeit des Trägers ungenügend berechnet worden sei, heisst es in der Mitteilung. Damit stelle sich die Frage einer strafbaren Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Baukunde im Sinne von Artikel 229 des Strafgesetzbuches. Das Verhöramt hat zur Prüfung dieses Tatbestandes formell eine Strafuntersuchung gegen zwei Verantwortliche aus der involvierten Bauwirtschaft eröffnet. Die beiden haben sich mit der Planung und Statik des Lehrgerüstes befasst beziehungsweise dieses im Abnahmeprotokoll ausdrücklich genehmigt. Die Strafuntersuchung ist noch im Gang. Der Brückeneinsturz forderte einen Sachschaden von rund 290.000 Franken. (dapd)

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