Fall Bonstetten: Strafuntersuchung steht kurz vor Abschluss
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Fall BonstettenStrafuntersuchung steht kurz vor Abschluss

Mitte September entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob der ehemalige Gemeindepräsident von Bonstetten wegen fahrlässiger Tötung angeklagt wird.

Die Strafuntersuchung gegen den Bonstetter Ex-Gemeindepräsidenten Charles Höhn steht kurz vor Abschluss. Die Befragungen sind praktisch abgeschlossen. Mitte September entscheidet der Staatsanwalt, ob Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben wird.

Dies sagte der zuständige Staatsanwalt Andrej Gnehm. Dieser prüft, ob der ehemalige Gemeindepräsident eine Verantwortung für den Tod des vierjährigen Knaben trägt, der im Februar 2010 in einem Winterthurer Hotel von seinem eigenen Vater umgebracht wurde.

Die Gemeinde Bonstetten hatte dem Mann die Obhut übertragen, obwohl dieser einst versucht hatte, seinen Sohn aus erster Ehe zu töten. Wegen Mordversuchs war der Mann in den neunziger Jahren zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Fall Bonstetten

Experten rügen Fehler

Ein Expertenbericht, den die Zürcher Justizdirektion in Auftrag gegeben hatte, kam Anfang Februar 2011 zum Schluss, dass die Behörden in Bonstetten Fehler gemacht haben.

Die Gemeinde habe sich mit dem Vater, einem Schweizer, solidarisiert. Die Mutter des Knaben, eine Brasilianerin, sei in eine Nebenrolle gedrängt worden - nicht zuletzt wegen ihrer Tätigkeit als Prostituierte.

Im Juni kündigte Höhn seinen Rücktritt als Gemeindepräsident an. Der Rummel um seine Person sei ihm an die Nerven gegangen. Der FDP-Politiker stand seit 1998 an der Spitze der Gemeinde im Knonauer Amt. Sein Nachfolger wird im September gewählt.

(sda)

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