Zertifikatspflicht ignoriert – Strafverfahren gegen Betreiber der Walliserkanne eingeleitet
Publiziert

Zertifikatspflicht ignoriertStrafverfahren gegen Betreiber der Walliserkanne eingeleitet

Das Restaurant Walliserkanne in Zermatt weigert sich partout, die Zertifikate ihrer Gäste zu kontrollieren. Nun hat die Staatsanwaltschaft eine Strafuntersuchung gegen die Betreiber eingeleitet.

20 Minuten berichtete im September bereits über die Wallliserkanne.

Video/20 Minuten

Darum gehts

  • Seit der Einführung der Zertifikatspflicht weigern sich die Betreiber der Walliserkanne in Zermatt, die Zertifikate ihrer Gäste zu kontrollieren.

  • Auf einem Internetportal behaupten die Restaurantbetreiber, lediglich einmal von der Polizei kontrolliert worden zu sein. Passiert sei aber nichts.

  • Die Polizei widerspricht. Zudem hat die Staatsanwaltschaft eine Strafuntersuchung eingeleitet.

Die Mehrheit der Schweizer Gastro-Betriebe hält sich an die Corona-Auflagen. Es gibt allerdings auch solche, die die Zertifikatspflicht konsequent ignorieren. Zu ihnen gehört das Restaurant Walliserkanne in Zermatt: Bereits Mitte September hatte Wirt Patrik Aufdenblatten in einem Video von 20 Minuten angekündigt, weiterhin jeden und jede in seine Beiz zu lassen.

Ferner liegen im Restaurant Zettel mit «Verhaltensempfehlungen» bei polizeilichen Kontrollen auf, wie Bilder auf Social Media zeigen. So werden die Gäste aufgefordert, «standhaft» zu bleiben und von der Polizei oder dem Arbeitsinspektor oder der Arbeitsinspektorin die gesetzliche Grundlage zur Umsetzung der Zertifikatspflicht einzufordern. «Sie können jede Aussage verweigern. Sie sind nicht verpflichtet, Ihre Identitätskarte zu zeigen», heisst es weiter.

1 / 3
Auftritt auf Kla.tv: Patrik Aufdenblatten und sein Bruder Ivan wettern gegen die Behörden.

Auftritt auf Kla.tv: Patrik Aufdenblatten und sein Bruder Ivan wettern gegen die Behörden.

kla.tv/Screenshot
Die Betreiber der Walliserkanne in Zermatt weigern sich, die Zertifikate ihrer Gäste zu kontrollieren. 

Die Betreiber der Walliserkanne in Zermatt weigern sich, die Zertifikate ihrer Gäste zu kontrollieren.

20min/Taddeo Cerletti
Nun wurde eine Strafuntersuchung gegen die Walliserkanne-Besitzer eröffnet.

Nun wurde eine Strafuntersuchung gegen die Walliserkanne-Besitzer eröffnet.

Google Maps

Auftritt auf Verschwörungsportal

Patrik Aufdenblatten und sein Bruder Ivan, welche die Walliserkanne gemeinsam führen, hatten zudem kürzlich einen Auftritt auf Kla.tv (kurz für Klagemauer TV), ein deutsches Internetportal mit verschwörungstheoretischen und impfgegnerischen Inhalten. Der «Walliser Bote» berichtete über das Video, das sich im Oberwallis derzeit rasant verbreitet. Im rund 15-minütigen Beitrag, in dem die Aufdenblattens über Behörden wettern und die Pandemie leugnen, behaupten sie unter anderem, dass kurz nach Einführung der Zertifikatspflicht acht Polizisten das Restaurant «gestürmt» hätten. Seither sei aber nichts mehr passiert; weitere Kontrollen habe es nicht gegeben.

Dieser Darstellung widersprechen allerdings die Behörden: Seit Mitte September habe es in der Walliserkanne mehrere Kontrollen durch die Gemeindepolizeikorps wie auch durch die Kantonspolizei gegeben, heisst es bei der Walliser Kantonspolizei auf Anfrage. Diese blieben nicht ohne Folgen: Im Zusammenhang mit mehreren Verstössen gegen die Covid-19-Verordnung wurde gegen die Betreiber der Walliserkanne eine Strafuntersuchung eingeleitet. Über die Art der Vorkommnisse sowie die möglichen Sanktionen konnte Generalstaatsanwalt Nicolas Dubuis unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen keine Auskunft geben.

Patrik Aufdenblatten war für 20 Minuten am Mittwoch nicht erreichbar.

Aktivier jetzt den Bern-Push!

Nur mit dem Bern-Push von 20 Minuten bekommst du die aktuellsten News aus der Region Bern, Freiburg und Solothurn blitzschnell auf dein Handy geliefert.

Und so gehts: In der 20-Minuten-App tippst du rechts unten auf «Cockpit». Dort auf «Mitteilungen» und dann «Weiter». Dann markierst du bei den Regionen «Bern», tippst noch einmal «Weiter» und dann «Bestätigen». Voilà!

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

(sul)

Deine Meinung

348 Kommentare