Strahlemann Edwards soll Kerry Glanz verleihen
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Strahlemann Edwards soll Kerry Glanz verleihen

Der demokratische Präsidentschaftskandidat John Kerry wird mit Senator John Edwards aus North Carolina in den US-Wahlkampf ziehen.

Lange hatte Kerry seine Wahl geheim gehalten und die öffentliche Spannung gesteigert. Mit Edwards' Wahl versucht Kerry, zwei seiner eigenen Schwächen auszugleichen.

Als volksnaher und charmanter Menschenfänger soll Edwards der Kampagne des hölzern-intellektuellen Bush-Herausforderers etwas Glanz verleihen und die Herzen der Wähler erobern. Zudem soll er als Sohn des Südens dem Nordstaatler Kerry Stimmen in den Südstaaten bringen, die wahlentscheidend sein könnten.

Gute Umfragewerte

Umfragen hatten in der vergangenen Woche ergeben, dass die Mehrheit der US-Bürger eine Kandidatur des Juristen für das Vizepräsidentenamt befürworten würde.

Edwards war die Überraschung in den Vorwahlen der Demokraten. Zwar hatte er sich im März gegen Kerry geschlagen geben müssen. Doch hatte sich der spät in die Politik gelangte Senator schon damals unausgesprochen als Anwärter auf die Vizepräsidentschafts- Kandidatur positioniert.

Persönlicher Charme

Bei der ersten Vorwahl in Iowa kam er auf einen starken zweiten Platz, ebenso in Wisconsin Mitte Februar. Seinen Geburtsstaat South Carolina gewann er. Begeistern konnte Edwards vor allem durch seinen persönlichen Charme.

Er setzte auf einen «optimistischen» Grundton seiner Kampagne, vermied allzu harte Angriffe auf seine Rivalen und pflegte sein Image als Sonnyboy - ein krasser Gegensatz zum eher grimmig auftretenden derzeitigen Vizepräsidenten Dick Cheney.

Mann des Volks

Auch wenn er es als Rechtsanwalt zum Millionär gebracht hat, kann Edwards glaubwürdig vermitteln, dass ihm die Sorgen der kleinen Leute am Herzen liegen.

Denn als Spezialist für Schadenersatzklagen hat er nicht nur über 20 Jahre hinweg für seine Mandanten aus dem Volk Millionensummen von Versicherungen und Spitälern erstritten - Edwards kommt auch selbst aus einfachen Verhältnissen.

Als Sohn einer Arbeiterfamilie wuchs er in Kleinstädten in South- und North Carolina auf. Mit zähem Ehrgeiz arbeitete er sich nach oben, indem er sein Studium mit Fabrikjobs finanzierte.

Später Polit-Einstieg

Nach dem Tod seines Sohnes Wade 1996, dem er versprochen hatte, in die Politik zu gehen, wurde Edwards 1998 für North Carolina in den Senat gewählt. Dort wurde das rhetorische Talent des jungen Senators sofort dafür genutzt, der republikanischen Kampagne zur Amtsenthebung von Präsident Bill Clinton die Stirn zu bieten.

Den gutaussehenden 51-Jährigen mit dem weichen Südstaatenakzent halten viele für den begabtesten Redner seiner Partei; der Gerichtssaal erwies sich als eine erstklassige Schule für seine Kampagne. Damit setzt er sich wohltuend gegen John Kerry ab, der einen eher gewundenen Redestil pflegt.

(sda)

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