Aktualisiert 02.04.2017 10:45

Swisscom warnt

Strahlenschutz gefährdet Ausbau des Handynetzes

Mobilfunkanbieter müssen das Antennen-Netz ausbauen – um die Datenvolumen zu meistern. Doch Strahlengrenzwerte könnten dies verhindern.

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Techniker beim Bau einer Mobilfunkantenne. Die Swisscom muss ihr Netz laufend ausbauen. Strahlenschutzwerte könnten den Ausbau aber nun gefährden. (Symbolbild)

Techniker beim Bau einer Mobilfunkantenne. Die Swisscom muss ihr Netz laufend ausbauen. Strahlenschutzwerte könnten den Ausbau aber nun gefährden. (Symbolbild)

Keystone/AP/Frank Augstein

Das Nein des Parlaments zur Lockerung der strengen Schweizer Strahlenschutzgrenzwerte (NISV) für Handyantennen gefährdet die Einführung der nächsten Mobilfunkgeneration 5G.

Das werde ein riesiges Problem, sagte Swisscom-Chef Urs Schaeppi. Die jetzige Mobilfunkgeneration 4G (auch LTE genannt) sei angesichts der jährlichen Verdoppelung des Datenvolumens am Anschlag.

Grenzwerte verhindern Ausbau

In wenigen Jahren müsse die Swisscom die neue 5G-Technologie einführen. «Mit den heutigen Grenzwerten wird das ausgesprochen schwierig oder gar nicht möglich sein», sagte der Swisscom-Chef in einem Interview mit der «SonntagsZeitung».

Das neue 5G-Netz brauche mehr Antennenstandorte. «Pro Jahr nehmen wir rund 300 neue Antennen in Betrieb oder rüsten bestehende um. Dieser Ausbau wird sich fortsetzen», sagte Schaeppi.

«Langwieriger Prozess»

Trotz der weit verbreiteten Antennenskepsis in der Bevölkerung schaffe es die Swisscom auch heute, das Mobilfunknetz zu bauen. «Der Prozess wird aber noch langwieriger werden.» Dann gerate die Schweiz bei der Mobilfunkversorgung im Vergleich zum Ausland in Rückstand, sagte Schaeppi.

Die Schweiz hat zehnmal strengere Grenzwerte für Handyantennen als die EU. (zum/sda)

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