Zürich: Strassendirnen neu in Tiefenbrunnen

Aktualisiert

ZürichStrassendirnen neu in Tiefenbrunnen

Die Stadt Zürich hat einen neuen Strassenstrich: Seit kurzem bieten sich an der Bellerivestrasse in Zürich-Tiefenbrunnen Frauen an.

von
Marco Lüssi
Bellerivestrasse: Neuer Standort für Strassendirnen.(Bild: Aebi)

Bellerivestrasse: Neuer Standort für Strassendirnen.(Bild: Aebi)

Am Sihlquai im Zürcher Kreis 5 nimmt die Zahl der Strassenprostituierten wegen des Zustroms aus Osteuropa stetig zu – der Konkurrenzdruck steigt, die Preise sinken. Jetzt weichen die ersten Sexarbeiterinnen offenbar an andere Standorte in der Stadt aus: Seit kurzem bieten sich abends und nachts regelmässig auch an der Bellerivestrasse kurz vor der Grenze zur Goldküsten-Gemeinde Zollikon Frauen an.

Dies hat man auch bei der Stadtpolizei Zürich beobachtet: «Wir haben Kenntnis davon, dass sich seit ein paar Wochen in Zürich-Tiefenbrunnen ein Strassenstrich gebildet hat», sagt Stapo-Sprecher Marco Bisa auf Anfrage.

Derzeit hält die Polizei die Situation in Zürich-Tiefenbrunnen jedoch nicht für prob­lematisch. Denn der Abschnitt der Bellerivestrasse zwischen der Seefeldstrasse und der Stadtgrenze ist im Strichplan der Stadt Zürich eingezeichnet. «Diese Frauen dürfen dort stehen», betont Bisa. Bis jetzt seien bei der Polizei erst vereinzelt Anrufe von Anwohnern eingegangen. «Wir behalten die Situation aber im Auge und werden alles tun, um zu verhindern, dass sich die Szene ins Wohnquartier verlagert», sagt Bisa. Das neue Phänomen beschäftigt auch den Quartierverein Riesbach. Zwar seien bisher keine Klagen über den Strassenstrich eingegangen, sagt Vorstandsmitglied Tilly Bütler. Doch das könne sich ändern: «Sobald es wärmer wird, werden an den Abenden Badende und Hündeler auf die Prostituierten und ihre Kunden treffen – das dürfte zu Konflikten führen.»

Deine Meinung