Aktualisiert 22.03.2013 04:47

Burma

Strassenschlacht fordert Todesopfer

Bei Zusammenstössen zwischen Buddhisten und Muslimen sind in der burmesischen Stadt Meiktila mindestens zehn Menschen gestorben. Stein des Anstosses war eine goldene Haarspange, die ein Muslime beschädigt haben soll.

Bei Strassenschlachten in Burma sind am Donnerstagmorgen mindestens zehn Menschen getötet worden. Er habe mehrere Leichen nach den Zusammenstössen gesehen, sagte ein Lokalpolitiker der Nationalen Liga für Demokratie aus der Stadt Meiktila in der Nähe von Mandalay.

«Mehr als zehn Menschen wurden getötet», sagte der Politiker. Ein Bewohner sprach ebenfalls von mehr als zehn Leichen. Es handelte sich offenbar um religiös motivierte Gewalt.

Stein des Anstosses war laut Polizeiangaben eine goldene Haarspange, die ein buddhistisches Ehepaar verkaufen wollte. Es beschuldigte den muslimischen Händler, das Teil bei dem Geschäft beschädigt zu haben. Empörung darüber habe sich schnell ausgebreitet. Etwa 200 Menschen beteiligten sich an den Strassenschlachten.

Nächtliche Ausgangssperre

Zunächst war von zwei Toten die Rede gewesen. Laut einer Mitteilung auf der Facebook-Seite der burmesischen Polizei starben ein buddhistischer Mönch und ein 26-jähriger Mann, nachdem sie mit Verbrennungen ins Spital eingeliefert worden waren. Auch drei Moscheen wurden den Angaben zufolge zerstört.

Die Behörden verhängten daraufhin eine nächtliche Ausgangssperre, die von 20.00 Uhr abends bis 5.00 Uhr morgens gelten sollte. Die Massnahme sei ergriffen worden, «weil die Situation sich verschlimmert» habe, sagte ein Polizeibeamter.

Vergangenes Jahr waren im Westen Burmas bei Auseinandersetzungen zwischen der buddhistischen Volksgruppe der Rakhine und der muslimischen Minderheit der Rohingya mindestens 180 Menschen getötet worden. Mehr als 115'000 Menschen wurden vertrieben. Burmas Bevölkerung ist zu fast 90 Prozent buddhistisch, gut vier Prozent sind Muslime. (sda)

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