«Chumm mit zu mir»: Strassli warnt Kinder vor Pädophilen
Aktualisiert

«Chumm mit zu mir»Strassli warnt Kinder vor Pädophilen

«Nei, nei, ich will das alles nid»: Die Kapo Schwyz hat ein Lied für Kindergärtler komponiert. Darin wird die Puppe Strassli von Pädophilen angesprochen – und reagiert richtig.

von
hal/vro

«De Strassli gaht vom Chindsgi hei und gseht en fremde Ma, de lächlet fründlich und de fragt: ‹Wetsch du ächt Schoggi ha?›» So beginnt das Lied der Kapo Schwyz, das heute CD-Taufe feierte. Präsentiert wird es von der Handpuppe Strassli, die seit längerem in der Prävention der Polizei vorkommt.

Im Lied tauchen zwei Pädophile auf: In der ersten Strophe will ein Mann mit Strassli zu sich nach Hause, um ihm einen kleinen Hund zu zeigen – «chumm mit, es isch nid wiit». In der zweiten Strophe will eine Frau, dass Strassli in ihr Auto einsteigt – «ich fahr dich jetzt grad hei».

Doch Strassli reagiert richtig und geht nicht mit den unbekannten Erwachsenen mit. «Nei, nei, ich will das alles nid!» Am Ende des Lieds wird Strassli gelobt: «I fremdi Auto stiigt er nie und laht sich nid berüehre, de Strassli, ja, de weiss es guet, de cha mer nid verfüehre.»

«Den Kindern gefällts»

Schulleiter Peter Lüssi aus Brunnen hat den Song geschrieben und mit einer Primarschulklasse aufgenommen. Hintergrund seien nicht aktuelle Fälle von Kindsentführungen, sagt Kapo-Sprecher Florian Grossmann. «Wir haben im Ausland gesehen, dass ein Lied in der Präventionsarbeit Erfolg haben kann.» Durch das Singen könnten die Kinder die Warnung vertiefen, die sie im Unterricht lernen.

«Die ersten Kindern, die das Lied gehört haben, fanden bereits Gefallen daran. Es wird sicher in manchem Kindergarten gesungen», so Grossmann. Kindergärtner können Lied und Text ab sofort gratis runterladen und mit den Kindern singen. Auf der CD gibts zusätzlich eine Instrumental-Version.

Von Fachleuten gibts durchaus Lob: «Ein Lied ist ein starkes Medium. Was mir an diesem Lied gefällt: Im Refrain wird das ‹Nein› geübt. Darum geht es ja auch», sagt Kinderliedermacher Linard Bardill. Kinder- und Jugendpsychologe Allan Guggenbühl sagt: «Eine originelle Art der Prävention.» Allerdings sei nicht sicher, ob das Lied den gewünschten Effekt haben werde. Sein Rat: «Am besten nehmen Kinder eine solche Botschaft auf, wenn sie diese von einer Bezugsperson direkt und klar gesagt bekommen.»

Songtext: «Nei, sicher nid»

De Strassli gaht vom Chindsgi hei und gseht en fremde Ma, de lächlet fründlich und de fragt: «Wetsch du ächt Schoggi ha? Ich ha dihei en chline Hund, chum mit, es isch nid wiit.» - «Nei, nei», hed da de Strassli gseit, «ich will das alles nid!»

Refrain: «Nei, sicher nid, ich nimme nüt vo dir, muesch nid i'd Nöchi cho, nei, sicher nid, ich gah nid mit dir mit, ich springe schnell devo.»

Es Auto staht am Strasserand, grad wo's zum Spillplatz gaht, e Frau sitzt drin, macht d'Türe uf und seit zum Strassli: «Wart! Dis Mami känn ich guet, und drum fahr ich dich jetzt grad hei!» De Strassli aber glaubt keis Wort und seit: «Nei, nei, nei, nei!»

Refrain

De Strassli, de isch halt ganz schlau und glaubt a Fremde nüt, er fragt zerscht s'Mami, de Papi au, ob dä nid öppä lügt. I fremdi Auto stiigt er nie und laht sich nid berüehre, de Strassli, ja, de weiss es guet, de cha mer nid verfüehre.

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