Straumann mit 18 Prozent mehr Umsatz

Aktualisiert

Straumann mit 18 Prozent mehr Umsatz

Der Zahnimplantate-Hersteller Straumann hat den Umsatz in den ersten neun Monaten um 17,8 Prozent auf 473,3 Mio. Fr. gesteigert. Damit wurden die Erwartungen genau erfüllt. Die Aktie schoss nach oben, da negative Überraschungen ausblieben.

Die Umsatzsteigerung sei auf solide Wachstumsraten in allen Regionen zurückzuführen, sagte Straumann-Chef Gilbert Achermann am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Am meisten Geld verdiente der Konzern in Europa, wo der Umsatz um 18 Prozent auf 275 Mio. Fr. zulegte.

Den grössten Beitrag zum Europageschäft lieferte der deutsche Markt. «Ich bin erfreut, dass Deutschland im dritten Quartal zu zweistelligen Wachstumsraten zurückgekehrt ist», sagte Achermann. Speziell gut liefen die Verkäufe auf der iberischen Halbinsel, die nun die zweitgrösste Region Europas ist.

Insgesamt schuf Straumann bis Ende September 200 neue Stellen, davon rund 90 in der Schweiz. Mittlerweile hat der Konzern 1544 Mitarbeitende.

Sorgenkind Nordamerika

«Unsere grösste Herausforderung bleibt Nordamerika», sagte Achermann. Dort flauten die Wachstumsraten im dritten Quartal ab. Marktanteile gingen verloren. Straumann hat nun Gegensteuer gegeben und einen neuen Chef für das US-Geschäft ernannt.

Zudem werde die Verkaufsorganisation in den USA restrukturiert und aufgestockt. Die Ausbildung von Zahnärzten werde verstärkt und das Anreizprogramm geändert, um die Abwanderungsrate von wichtigen Mitarbeitern zu senken. «Wir haben die Hausaufgaben angepackt, um in den USA stärker wachsen zu können», sagte Achermann.

Obwohl Nordamerika erneut enttäuscht habe, sei die Ernennung eines neuen US-Chefs ein Schritt in die richtige Richtung, meinten Analysten. Exzellente Fortschritte seien dafür in Fernost gelungen, sagte Achermann.

Im dritten Quartal hat Straumann den Umsatz um 14,3 Prozent auf 131,9 Mio. Fr. erhöht und damit die Erwartungen der Finanzgemeinde punktgenau erfüllt. Konkurrent Nobel Biocare legte im gleichen Zeitraum allerdings um 22 Prozent zu. Straumann wachse im Moment leicht langsamer als der Markt (15 bis 18 Prozent), stellte Analystin Sibylle Bischofberger von der Zürcher Kantonalbank fest.

Aktie im Steigflug

Dennoch sprang die Aktie nach dem Taucher der letzten Tage bis zum Mittag um 8,1 Prozent auf 285.50 Fr. nach oben. Viele Anleger hätten bei Straumann wie bei den Halbjahreszahlen mit einer erneuten negativen Überraschung gerechnet und die Titel leer verkauft, sagten Händler der Nachrichtenagentur Reuters. Nun müssten sie diese Positionen wieder decken.

Für das Gesamtjahr erwartet Straumann weiterhin ein Umsatzwachstum in Lokalwährungen von 15 Prozent, eine Betriebsgewinnmarge von etwa 29 Prozent und eine Reingewinnmarge von 23 Prozent.

Im nächsten Jahr will die Nummer zwei der Branche dank der eingeleiten Massnahmen und neuer Produkte wieder stärker zulegen als der Weltmarkt, dessen Wachstum Achermann bei 15 Prozent sieht.

Gegenüber Zukäufen zeigte sich Achermann aufgeschlosserer als auch schon: «Sollte sich in den USA eine Möglichkeit zeigen, Marktanteile zu gewinnen, würden wir diese prüfen. Das ist vielleicht konträr zu dem, wie wir's früher gemacht haben.» (dapd)

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