Aktualisiert 20.08.2013 14:06

MedizinaltechnikStraumann steigert Gewinn

Dank eines markanten Stellenabbaus hat der Zahnimplantate-Hersteller Straumann im ersten Halbjahr 2013 seine Ertragskraft wieder steigern können.

Ein Mitarbeiter schraubt ein Dentalimplantat in ein Zahnmodell.

Ein Mitarbeiter schraubt ein Dentalimplantat in ein Zahnmodell.

Der Reingewinn von Straumann stieg im ersten Halbjahr trotz eines leichten Umsatzrückgangs um fast 21 Prozent auf 53,7 Mio. Franken. Das Unternehmen erzielte einen Umsatz von 354,8 Mio. Franken. Nicht fortgesetzte Aktivitäten ausgeklammert, entspricht dies in Lokalwährungen einem Minus von 0,9 Prozent. Nach einem verhaltenen Jahresauftakt zogen die Verkaufe im zweiten Quartal um 3 Prozent an, wie Straumann am Dienstag bekannt gab.

Der neue Konzernchef Marco Gadola zeigte sich vor den Medien mit der Entwicklung im ersten Halbjahr zufrieden. Die Restrukturierungen der letzten Monate hätten die Fähigkeit des Unternehmens, seinen Umsatz zu steigern, nicht beeinträchtigt.

300 Stellen weniger

Straumann hatte im vergangenen Herbst und im April dieses Jahres Restrukturierungsmassnahmen angekündigt. Der Personalbestand wurde per Ende Juni im Vergleich zur Vorjahresperiode um 302 auf 2243 Angestellte reduziert.

In der Schweiz sank die Zahl der Beschäftigten innerhalb eines Jahres um 99 auf 780. Am Hauptsitz in Basel waren Ende Juni noch 453 Personen beschäftigt, 80 weniger als vor Jahresfrist. Im Werk Villeret im Berner Jura verblieben 327 Stellen (-19). Ein weiterer Stellenabbau ist laut Gadola nicht geplant, das Unternehmen müsse künftig jedoch verstärkt auf die Kosten achten.

Die Restrukturierungsmassnahmen haben das Halbjahresergebnis mit 13 Mio. Fr. belastet. Wegfallende Pensionsverpflichtungen führten indes zu einem einmaligen Gewinn von 7 Mio. Franken. Die Sparmassnahmen, die bereits im ersten Halbjahr die Margen haben ansteigen lassen, sollen erst ab dem dritten Quartal ihre volle Wirkung entfalten.

Europa harzt weiterhin

Regional gesehen war die Entwicklung im ersten Halbjahr unterschiedlich: In Europa - mit einem Umsatzanteil von 55 Prozent der wichtigste Markt von Straumann - sanken die Verkäufe weiter um 4,4 Prozent in Lokalwährungen auf 195,9 Mio. Franken.

Dagegen wurde in Nordamerika mit 92,6 Mio. Fr. ein Plus von 4,1 Prozent erzielt, derweil in der Region Asien/Pazifik mit 49,5 Mio. Fr. ein Minus von 1,7 Prozent resultierte.

Der Betriebsgewinn belief sich ohne die Sondereffekte der Restrukturierung auf 62,3 Mio. Franken, was eine EBIT-Marge von 17,6 Prozent ergibt gegenüber 15,1 Prozent vor Jahresfrist. Mittelfristig soll die EBIT-Marge, die noch vor fünf Jahren mehr als 25 Prozent betragen hatte, wieder auf über 20 Prozent steigen.

«Value«-Segment im Visier

Laut Konzernchef Gadola will sich Straumann in Zukunft vermehrt auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten der weltweiten Kundschaft ausrichten. Deshalb will das Unternehmen, das sich bisher auf das «Premium«-Segment konzentrierte, verstärkt auch im preiswerteren «Value«-Bereich auftreten.

«Straumann» bleibe aber eine «Premium«-Marke und solle nicht verwässert werden, sagte Gadola. Dagegen sollen ab Herbst in Spanien auch preiswertere Implantate des brasilianischen Herstellers Neodent angeboten werden, an dem Straumann mit 49 Prozent beteiligt ist.

Straumann strebt nach Angaben des Konzernchefs auch im «Value«-Segment die weltweite Marktführerschaft an. Um dieses Ziel zu erreichen, brauche es neben Neodent weitere Zukäufe. Derzeit würden verschiedene Optionen geprüft. Konkreter wollte Gadola nicht werden. (sda)

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