Straw: Es war El Kaida
Aktualisiert

Straw: Es war El Kaida

Die Explosionen in Istanbul tragen nach Einschätzung britischen Aussenministers Jack Straw die Handschrift der Terrororganisation El Kaida.

Obwohl es noch keine klaren Hinweise auf die Verantwortlichen gebe, trügen die Anschläge «alle Merkmale der internationalen terroristischen Aktionen von El Kaida und mit ihr verbundenen Organisationen», sagte Straw in London. Er sprach von «entsetzlichen terroristischen Akten».

Auch ein Sprecher des US-Präsidialamts sprach von «terroristischen Anschlägen». US-Präsident George W. Bush hält sich zurzeit zu einem Staatsbesuch in der britischen Hauptstadt London auf.

Bei der Explosionsserie im Zentrum der Millionen starben bis zu 10 Menschen. Über 100 wurden gemäss türkischen Medienberichten verletzt.

Nach Straws Angaben fanden «mindestens fünf koordinierte» Anschläge statt. Einer davon richtete sich auf die Niederlassung der britischen Investmentbank HSBC. Ein weiterer Anschlag wurde auf das britische Generalkonsulat verübt. Laut Straw werden dort zwischen «drei und vier» britische Angestellte vermisst.

Die Explosionen brachten zwei Nebengebäude des Konsulats zum Einsturz. Von ihnen war nur noch Schutt übrig. Vor dem Gebäude waren Blutspuren zu sehen. Etwa 50 Angestellte suchten Zuflucht auf der Strasse. Mehrere Autos wurden durch die Detonation zerstört.

Bei einem Hochhaus in der Nähe wurden durch die Erschütterung die Fenster herausgerissen. Krankenwagen fuhren zum Unglücksort. Weinende Passanten liefen in Panik durch die Strassen. Viele versuchten, ihre Angehörigen anzurufen.

Erst am Samstag hatten zwei Selbstmordattentäter vor zwei Synagogen in Istanbul insgesamt 23 Menschen mit in den Tod gerissen, unter ihnen acht Juden. Mehr als 300 weitere Menschen wurden verletzt. Über 100 Gebäude in der historischen Altstadt wurden zum Teil schwer beschädigt. (sda)

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