Aktualisiert 12.02.2020 20:46

Netflix, HBO, Sky & Co.

Streamer werden wegen zu vielen Anbietern zu Piraten

Zu viele Streaming-Anbieter und zu viele exklusive Inhalte. Immer mehr Leute schauen Sport, Serien oder Filme darum illegal, zeigt eine neue Studie.

von
dk
1 / 8
Netflix, Sky, Amazon, Teleclub, Dazn: Wer in der Schweiz bei verschiedenen Streaming-Anbietern Abos abschliesst, muss  tief in die Tasche greifen.

Netflix, Sky, Amazon, Teleclub, Dazn: Wer in der Schweiz bei verschiedenen Streaming-Anbietern Abos abschliesst, muss tief in die Tasche greifen.

Amesy
Der Wettbewerb werde mit dem Einstieg der Streamingdienste von Disney und von Apple gar noch weiter verschärft.

Der Wettbewerb werde mit dem Einstieg der Streamingdienste von Disney und von Apple gar noch weiter verschärft.

Tony Avelar
Doch viele Streaming-Abonnenten in Europa halten die Preise für die Services zu hoch und könnten daher den Weg in die Online-Piraterie wählen. Das besagt eine neue Studie von Muso, das sich auf die die Analyse von illegalem Streaming spezialisiert hat.

Doch viele Streaming-Abonnenten in Europa halten die Preise für die Services zu hoch und könnten daher den Weg in die Online-Piraterie wählen. Das besagt eine neue Studie von Muso, das sich auf die die Analyse von illegalem Streaming spezialisiert hat.

Lpettet

15.90 Franken fürs Netflix-Abo, 14.90 für Sky, 7 Franken für Amazon Video und 29.90 für Teleclub Sport: Wer in der Schweiz bei verschiedenen Streaming-Anbietern Abos abschliesst, muss zusammengerechnet tief in die Tasche greifen. Doch viele Streaming-Abonnenten in Europa halten die Preise für die Services zu hoch und könnten daher den Weg in die Online-Piraterie wählen. Das besagt eine neue Studie von Muso (siehe Box).

Im Gegensatz zum Streamen von Musik, wo Spotify eine Monopolstellung eingenommen hat, fokussieren sich die Streaming-Anbieter auf exklusive Serien und Filme. Sportfans müssen daneben noch extra Abos haben, damit sie Spiele sehen können.

Und genau da liege der Krux, warnt Muso, das sich auf die die Analyse von illegalem Streaming spezialisiert hat. «So viele Inhalte werden auf einzelnen Plattformen gebunkert und sind exklusiv dort zu sehen, dass es für Kunden schwer ist, alles zu konsumieren, was sie wollen», sagt Muso-CEO Andy Chatterley. «Sie können nicht überall Abonnenten sein.»

«Niemand wird 5 Abos lösen»

Da die Schmerzgrenze für Gebühren bei den meisten Konsumenten eher niedrig sei, werde der Wettbewerb mit dem Einstieg der Streamingdienste von Disney und von Apple weiter verschärft, warnt Chatterley. «Der Markt ist übersättigt, die vielen Streaming-Anbieter mit ihren exklusiven Inhalten werden unausweichlich zu häufigerem illegalem Streaming führen.»

Vereinfacht werde der Trend durch die immer einfachere Möglichkeit, Serien online herunterzuladen. «Um mit Netflix mithalten zu können, haben illegale Streaming-Websiten erhebliche Fortschritte gemacht», sagt Chatterley. «Manche Websiten sind besser und übersichtlicher aufgebaut als die zahlungspflichtigen Abo-Services.» Niemand werde bei fünf verschiedenen Streaming-Anbietern Abos lösen, wenn man den gleichen Inhalt auf einen Klick ansehen kann.

BitTorrent nimmt zu

Dass nach Jahren stetiger Abnahme illegale Torrent-Dienste wieder im Trend sind, zeigte im Oktober 2018 bereits der «Global Internet Phenomena Report» von Sandvine. Vor allem die Nutzung des Anbieters BitTorrent hat zugenommen, besagt der Bericht.

Auch für Cam Cullen von Sandvine sind vor allem die exklusiven Serien oder Filme für die Torrent-Zunahme verantwortlich: «Game of Thrones auf HBO, House of Cards auf Netflix oder Jack Ryan auf Amazon: Der Kunde abonniert einen oder zwei Abo-Dienste und schaut den Rest illegal online.»

Für die Studie hat Muso 1'000 europäische Konsumenten befragt. Zwei Drittel haben ein Abo bei einem oder zwei Streaming-Services. Ein Fünftel sogar bei drei oder vier. Mehr als 80 Prozent der befragten Personen sind der Meinung, sie würden für ihr Streaming-Abo zu viel bezahlen. Die Hälfte der Probanden würde zu Piraterie greifen, wenn sie nach Inhalten suchen, die nur auf einer Plattform zu finden sind, von der sie kein Abo haben.

Für die Studie hat Muso 1'000 europäische Konsumenten befragt. Zwei Drittel haben ein Abo bei einem oder zwei Streaming-Services. Ein Fünftel sogar bei drei oder vier. Mehr als 80 Prozent der befragten Personen sind der Meinung, sie würden für ihr Streaming-Abo zu viel bezahlen. Die Hälfte der Probanden würde zu Piraterie greifen, wenn sie nach Inhalten suchen, die nur auf einer Plattform zu finden sind, von der sie kein Abo haben.

Fehler gefunden?Jetzt melden.