Aktualisiert 26.10.2010 13:40

Warnstreik in Deutschland

Strecke zur Schweiz unterbrochen

Die Warnstreiks im deutschen Bahnverkehr haben am Morgen bis um 9 Uhr zum Unterbruch der Strecke zwischen dem badischen Bahnhof in Basel und Freiburg im Breisgau geführt.

Deutsche Bahnangestellte machen auf sich aufmerksam

Deutsche Bahnangestellte machen auf sich aufmerksam

Die deutschen Eisenbahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA beendeten ihre Warnstreiks am Dienstagvormittag. Die Lage normalisierte sich. An den Arbeitsniederlegungen im Regionalverkehr beteiligten sich gemäss den Gewerkschaften rund 1700 Eisenbahner. Der Ausstand begann in der Nacht auf Dienstag.

Bestreikt wurden die Regionalverkehrstochter der Deutschen Bahn (DB) sowie mehrere Privatbahnen. Auch wichtige Fernverbindungen waren zeitweise unterbrochen. Die Deutsche Bahn rechnet damit, dass es noch bis in den Abend hinein zu Behinderungen kommen wird.

Insgesamt fielen in Deutschland nach Angaben der DB mehrere hundert Züge aus. Schwerpunkte der Aktionen waren in den Bundesländern Bayern, Nordrhein-Westfalen sowie in Hessen. Tausende Pendler kamen zu spät zur Arbeit. Weil viele auf das Auto auswichen, kam es auf einigen Strassen zudem zu kilometerlangen Staus.

Geringe Auswirkungen auf die Schweiz

SBB-Sprecher Christian Ginsig sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA, die internationalen Züge auf der Strecke zwischen Basel Badischer Bahnhof und Freiburg (D) seien ausgefallen, weil auch die Stellwerke bestreikt wurden. Die anderen Grenzübergänge in Lindau Richtung München und in Schaffhausen Richtung Singen/Stuttgart waren vom Streik nicht betroffen.

Nach dem Ende des Streiks gab es in der Schweiz gewisse Verzögerungen, bis der Verkehr wieder fahrplanmässig lief. Ginsig gab an, die Verspätungen oder Ausfälle von Zügen aus Deutschland in die Schweiz dürften sich über den ganzen Tag hinziehen.

Die Auswirkungen auf den innerschweizerischen Schienenverkehr hielten sich nach Angaben Ginsigs in Grenzen. Die SBB ersetzte IC- Züge der DB von und nach Deutschland mit eigenem Rollmaterial, was zu geringfügigen Verspätungen führte.

Keine neuen Streiks bis Freitag

Hintergrund für die Warnstreiks sind die festgefahrenen Verhandlungen der Gewerkschaften mit der Deutschen Bahn und deren Privatkonkurrenz über einen Branchenlohnvertrag.

Mit einheitlichen Bedingungen wollen die Arbeitnehmervertreter einen Wettbewerb über Lohnkosten um die lukrativen Aufträge für den öffentlichen Schienennahverkehr verhindern.

Nach Angaben der Gewerkschaften und der Bahn liegen die Löhne bei den Privatanbietern um bis zu 20 Prozent unter DB-Niveau. Die sechs grössten Privatbahnen haben ein Angebot vorgelegt, das die Gewerkschaften aber als zu niedrig abgelehnt hatten.

Der Chef der Eisenbahnergewerkschaft GDBA, Klaus-Dieter Hommel, sagte, bis zum nächsten Verhandlungstermin mit der Deutschen Bahn am Freitag werde es «höchstwahrscheinlich» keine weiteren Streiks mehr geben. (sda)

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