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Recht am eigenen BildStreet View ruft Datenschützer auf den Plan

Wer für Google Street View erkennbar auf der Strasse aufgenommen wird, soll die Veröffentlichung der Bilder im Internet verhindern können. Das fordert Privatim, die Vereinigung der schweizerischen Datenschutzbeauftragten.

Bei den Bildaufnahmen für Google Street View müsse Google die Grundsätze des Datenschutzes und die Individualrechte berücksichtigen, heisst es in einer Mitteilung von Privatim vom Freitag. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern sei dies in der Schweiz noch nicht der Fall.

Widerspruchsrecht gefordert

Auch in der Schweiz müssten Betroffene zumindest ihr Widerspruchsrecht wahrnehmen können, und zwar vor der Veröffentlichung der Aufnahmen. Es geht darum, dass auf die Person bezogene Informationen aus der Datenbank gelöscht werden, bevor die Aufnahmen veröffentlicht werden.

Personenbezogene Informationen sind laut Privatim Gesichter, Fahrzeuge, Gebäude und Hausnummern. Google müsse deshalb vor Aufnahmen die Öffentlichkeit informieren. Begrüssen wurden die Datenschutzbeauftragten die Verwendung von Technologien, die die Bilder bereits bei der Aufnahme anonymisieren.

Google Schweiz bestätigte am Freitag, dass in grossen Schweizer Städten derzeit Aufnahmen von Strassen gemacht werden. Doch auf Google Map sei bisher kein Bild platziert worden, sagte Sprecher Matthias Meyer gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Google: Schutz der Privatsphäre ein Anliegen

Der Schutz der Privatsphäre sei Google aber in jedem Fall ein Anliegen, führte Meyer aus. Bei Street View sorge deshalb ein Mechanismus dafür, dass Gesichter und Kontrollschilder von Autos verschwommen aufgenommen werden.

Die Technik funktioniert allerdings nicht immer. Wer auf Street View sein Gesicht, sein Haus oder sein Auto erkennt, kann Google deshalb über einen Link unter dem Bild eine Mitteilung zukommen lassen. Danach würden die Bilder entweder unkenntlich gemacht oder vom Netz entfernt, sagte Meyer.

Die Vorwürfe von Privatim überraschten Google. Das Unternehmen will nun mit den Datenschutzbeauftragten weitere Gespräche führen. Der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte Hans-Peter Thür habe Google signalisiert, dass der Mechanismus bei den Aufnahmen ausreiche, um das Schweizer Recht zu respektieren, sagte Meyer.

(sda)

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