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Synthetische DrogenStreetparade-Organisatoren begrüssen Drogenrazzia

Mit einer der grössten Razzien der Schweiz ist der Polizei ein Schlag gegen den illegalen Handel mit synthetischen Drogen gelungen. GBL und GHB sind auch Thema an der Streetparade.

Die diesjährige Streetparade findet am 9. August unter dem Motto «Friendship» statt. Thema im Zusammenhang mit der grössten Technoparade der Schweiz sind auch immer wieder Drogen. Die Drogenrazzia vom Mittwoch interessiert daher auch die Organisatoren der Streetparade. «Wir begrüssen solche Aktionen der Polizei natürlich», sagte Stefan Epli, Mediensprecher der Streetparade. Die Organisatoren der Streetparade hätten selbst immer gegen Drogen gekämpft und es sei gut, dass etwas gegen GBL unternommen werde.

GHB und GBL werden vor allem wegen ihrer euphorisierenden Wirkung eingenommen. Der Mischkonsum mit Alkohol und Opiaten und zu hohe Dosierungen sind bei diesen zwei Substanzen lebensgefährlich. Das grosse Problem bei den beiden Substanzen ist zudem, dass sie im Blut nicht lange nachgewiesen werden können.

Ob die Razzia Auswirkungen auf die Streetparade hat, ist gemäss Stadtpolizei Spekulation. Ebenso, ob GBL und GHB am Technoumzug jeweils bewusst genommen oder den Leuten in die Getränke gemischt werden.

Zwei Personen aus dem Aargau inhaftiert

Bei der koordinierten Grossrazzia gegen illegale Chemikalienhändler hat die Polizei in der Schweiz, Deutschland und Österreich rund 20 Drogenlabors ausgehoben. In der Schweiz waren es zwei Drogenlabors und mehrere Küchenlabors, die zur Herstellung von K.O.-Tropfen dienten. Im Aargau wurden zwei Personen inhaftiert.

In Deutschland berichteten die Ermittler von mehreren Tonnen Chemikalien, die bei den Durchsuchungen beschlagnahmt worden waren. Mit den Stoffen könnten sowohl synthetisches Rauschgift als auch Sprengstoffe hergestellt werden, teilte das bei den Ermittlungen federführende Bayerische Landeskriminalamt (LKA) in München mit. Hochexplosive Stoffe entdeckten die Ermittler in München, Augsburg und im Raum Nürnberg, die sie noch vor Ort sprengten. Ein Beamter wurde dabei verletzt. In Berlin wurden nach einem derartigen Fund drei Häuser vorsichtshalber geräumt.

Handel übers Internet mit «Liquid Ecstasy»

Der Schwerpunkt der Aktion lag in Deutschland. Dort wurde ein 37-jähriger Chemikalienhändler verhaftet, der zusammen mit Kollegen übers Internet einen schwunghaften Handel mit einem als «Liquid Ecstasy» bekannten Lösungsmittel betrieben haben soll. Er soll nach Angaben des LKA seit 2004 Kunden mit chemischen Stoffen versorgt haben, aus denen diese unter anderem synthetische Betäubungsmittel herstellen konnten. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft.

In der Schweiz waren 18 Kantone in die Aktion einbezogen. Zwei Drogenlabors wurden ausgehoben und acht Personen vorübergehend festgenommen. Zwei davon, ein 28- und ein 31-jähriger Schweizer, wurden im Kanton Aargau auf Verfügung des Untersuchungsrichters für weitere Abklärungen inhaftiert.

(anj/ap/sda)

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