Aktualisiert 13.06.2017 07:09

Binningen BLStreetsoccer-Kids stören die Anwohner

Mehr als 4000 Franken sammelten Schüler für eine Streetsoccer-Anlage. Nun aber muss diese wieder weg, weil sich Anwohner wegen zu viel Lärm beschwert haben.

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stv
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Die Schüler des Neusatz-Schulhauses haben ende 2015 für eine Streetsoccer Anlage Geld gesammelt.

Die Schüler des Neusatz-Schulhauses haben ende 2015 für eine Streetsoccer Anlage Geld gesammelt.

stv
Weil das Scheppern der Banden den Anwohner zu laut war, hat der Gemeinderat beschlossen, die Anlage wieder zu entfernen.

Weil das Scheppern der Banden den Anwohner zu laut war, hat der Gemeinderat beschlossen, die Anlage wieder zu entfernen.

stv
Die Eltern und Schüler vom Schulhaus Neusatz sind mit diesem Entscheid nicht einverstanden.

Die Eltern und Schüler vom Schulhaus Neusatz sind mit diesem Entscheid nicht einverstanden.

jd

Ende 2015 hatten sich Schüler des Neusatz-Schulhauses in Binningen zusammen getan und gemeinsam Geld für eine Streetsoccer-Anlage gesammelt. Dabei kamen rund 4300 Franken zusammen. Gemeinsam mit einem Zustupf des Gemeinderats von etwa 4500 Franken wurde diese dann in eine preiswerte Streetsoccer-Arena investiert.

«Die Anlage erfreut sich bei den Kindern grosser Beliebtheit», schreibt der Gemeinderat im Binninger Anzeiger. Sie muss aber nach gut einem Jahr trotzdem weg, denn durch das Bespielen scheppern die Banden dermassen laut, dass Anwohner des Schulhauses gestört werden.

«Man spielt auch abends und am Wochenende»

Ein Quartierbewohner sagte gegenüber der «Bz Basel», dass man davon ausgegangen sei, die Anlage werde nur während den Schulzeiten und nur von Schülern benutzt. «Aber dann kamen quartierfremde Jugendliche und spielten auch abends und an den Wochenenden.»

Aufgrund mehrerer Beschwerden der Anwohner hat sich der Gemeinderat entschlossen, die Anlage auf Anfang der Sommerferien zu entfernen. Mit dieser Entscheidung sind viele Eltern und Schüler nicht einverstanden.

«Sie zu entfernen ist ein Fehler»

In mehreren Leserbriefen wird dem Ärger Luft gemacht. «Die Anlage ist eine sinnvolle und zeitgemässe Anschaffung, die Kinder zu mehr Bewegung und Aufenthalt im Freien animiert», sagt Regina Bratschi vom Verein 8und80 aus Binningen. «Sie zu entfernen ist ein Fehler und wäre ein riesengrosses Unrecht.» Auch für die Mutter Claudia Bosshardt komme dieser Entscheid aus heiterem Himmel.

Der Gemeinderat macht inzwischen klar, dass man die Anlage nicht einfach nur abbauen werde. «Diese Sache ist für uns noch nicht erledigt», sagt Philippe Meerwein, Mitglied des Gemeinderats, auf Anfrage von 20 Minuten. «Wir versuchen eine Alternative zu finden, mit der die Kinder trotzdem noch Fussballspielen können.» Die Lärmemissionen sollen dabei vermindert werden.

Geld nicht umsonst gesammelt

Im Januar habe es ausserdem ein Treffen «mit allen Betroffenen» gegeben, bei dem dieser Entscheid diskutiert wurde. Ein Standortwechsel könne dabei leider nicht in Betracht gezogen werden, da bei der Schule dafür der Platz fehlt.

Meerwein betont, dass wenn der Gemeinderat nach dem Abbau der Anlage keine Lösung finden sollte, das Geld zurück an die Schüler geht. «Das Geld haben sie nicht umsonst gesammelt.»

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