Aktualisiert 02.09.2005 13:45

Streik: Boeing-Produktion lahmgelegt

Die Mechaniker sind erstmals seit zehn Jahren für eine bessere Bezahlung in den Ausstand getreten.

86 Prozent der 18 500 Boeing-Mechaniker hätten sich für den Streik ausgesprochen, teilte der Verband der Mechaniker und Beschäftigten in der Luft- und Raumfahrt (IAM) mit. Betroffen sind die Haupt-Fertigungsstätten in Seattle im US-Bundesstaat Washington, in Portland in Oregon und in Wichita in Kansas.

Die Gewerkschaft will damit den Druck in den Lohnverhandlungen erhöhen. Am Freitag lief der bisherige Vertrag für die Boeing- Beschäftigten aus.

5,5 Prozent mehr Lohn offeriert

Boeing und die Gewerkschaft haben drei Monate verhandelt. Zuletzt bot Boeing seinen Mechanikern eine Gehaltserhöhung von 5,5 Prozent und eine monatliche Pensionszahlung von 66 Dollar je Jahr der Beschäftigung an. Zusätzlich sollten die Arbeiter eine Einmalzahlung und Boni von bis zu 15 400 Dollar erhalten.

Die Gewerkschaft bezeichnete das Angebot von Boeing als «beleidigend» und arbeitsplatzvernichtend. Sie forderte eine höhere Pensionszahlung und lehnte die Vorschläge zur Gesundheitsversorgung der Mitarbeiter ab. Damit würden die Kosten auf die Angestellten abgewälzt, erklärte sie.

Vorteil für Airbus?

Einem Boeing-Sprecher zufolge wird der US-Konzern während des Streiks keine Flugzeuge bauen. Der Streik könnte sich nicht nur auf das Ergebnis von Boeing auswirken, sondern auch dem europäischen Konkurrenten Airbus in die Hände spielen.

Bei längerer Dauer könnte der Ausstand auch negative Auswirkungen auf Hunderte von Zulieferern in aller Welt haben. Sie beliefern zum Teil auch Airbus. Boeing war zuletzt 1995 bestreikt worden. Der damalige Ausstand hatte 69 Tage gedauert.

Boeing erlebt momentan einen starken geschäftlichen Aufschwung mit steigendem Auftragseingang für Verkehrsflugzeuge. Der Ausstand kommt deshalb zu einer äusserst ungünstigen Zeit. Boeing wollte in diesem Jahr 320 Verkehrsflugzeuge ausliefern, wovon in den ersten sieben Monaten 179 an die Kunden gegangen waren.

(sda)

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