Aktualisiert 15.02.2006 10:28

Streik in Reconvilier: Konzernleitung gegen Kompromiss

Im Arbeitskonflikt bei Swissmetal hat sich die Hoffnung auf Entspannung zerschlagen. Die Konzernleitung hat die Vermittlungsvorschläge zur Überarbeitung an Vermittler Rolf Bloch zurückgewiesen.

In Reconvilier BE geht daher der Streik weiter.

Wie der von Bundesrat Joseph Deiss eingesetzte Mediator Rolf Bloch am Mittwochmorgen der Nachrichtenagentur SDA sagte, habe ihn die Swissmetal-Führung gebeten, seine Vorschläge zu überarbeiten. Das heisse aber nicht, dass Swissmetal die Mediation ablehne. Er müsse nun abklären, mit welchen Punkten Swissmetal nicht einverstanden sei.

In Reconvilier ging der Streik damit in die vierte Woche. «Das Personal wird nicht eher wieder arbeiten, als Swissmetal auf Verhandlungen einsteigt», sagte Fabienne Blanc-Kühn von der Gewerkschaft Unia. Am Dienstagabend hatten die Streikenden die Vorschläge von Bloch angenommen.

Dieser hatte ihnen zur Beendigung des Streiks geraten. Der Konzernführung empfahl Bloch, die am Montag ausgesprochene fristloste Kündigung von 21 Kaderangestellten zurückzunehmen.

Ausserdem sprach sich der Mediator für die Aufrechterhaltung des Standorts in Reconvilier und die Respektierung der Vereinbarung aus, die im November 2004 nach dem ersten Aufbranden des Konflikts erzielt worden war.

Abbau bleibt

Swissmetal selbst will sich zu den Forderungen an die Mediation nicht äussern. In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der «HandelsZeitung» erklärte Swissmetal-Chef Martin Hellweg, die Mediation könne zwar die Konfliktparteien an einen Tisch bringen.

«Was sie nicht lösen kann, ist, dass wir Reconvilier nach diesem Umsatzausfall mit einer reduzierten Belegschaft weiterführen müssen. Das heisst mit vorläufig 200 Angestellten», sagte Hellweg.

Den Umsatzausfall in Reconvilier bezifferte Hellweg auf 4 bis 5 Mio. Franken. Ertragsmässig halte sich der Verlust aber in Grenzen. «Unsere Liquiditätslage haben wir unter Kontrolle», beteuerte Hellweg.

Die Standorte Dornach SO und die während des Streiks übernommene Busch-Jaeger in Lüdenscheid haben laut seinen Angaben die beste Auftragslage seit zwei Jahren.

Unklar zu Reconvilier

Zur Zukunft des Werks in Reconvilier blieb Hellweg widersprüchlich. Zunächst erklärte er, «von einer Schliessung in Reconvilier ist keine Rede». Zum Schluss des Interviews drohte Hellweg hingegen, «sollten die Hardliner gewinnen, gibt es für Reconvilier keine Zukunft.»

«Es gibt kein gemeinsames Fortschreiten mit unserem Management und jenen Leuten, welche die Uhren zurückdrehen wollen», sagte Hellweg. Swissmetal habe gegen die Gewerkschaft Unia rechtliche Schritte eingeleitet und werde sie für den angerichteten Schaden verantwortlich machen.

(sda)

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