Piloten-Proteste: Streik kostet Lufthansa über 60 Millionen Euro
Aktualisiert

Piloten-ProtesteStreik kostet Lufthansa über 60 Millionen Euro

Nicht nur für die Passagiere war der Streik der Lufthansa-Piloten unangenehm. Dem Unternehmen entstanden hohe Kosten.

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laf/sda
Der Konflikt schwelt inzwischen an mehreren Stellen.

Der Konflikt schwelt inzwischen an mehreren Stellen.

Die Streiks der Piloten werden für die Swiss-Mutter Lufthansa zu einer echten finanziellen Belastung. «Die drei Streiktage im Frühjahr haben uns 60 Millionen Euro gekostet», so Bettina Volkens, Personal-Vorstand der Lufthansa zur «Bild»-Zeitung. «Und die letzten fünf Streiktage haben sicher erneut einen zweistelligen Millionenschaden verursacht.»

Gleichzeitig übt Volkens Kritik an der Pilotengewerkschaft Cockpit. Diese müsse genau wie die Lufthansa auch zu Kompromissen bereit sein. «Das ist derzeit überhaupt nicht der Fall. Was Cockpit macht, hat mit fairer Sozialpartnerschaft nichts zu tun.» Volkens ruft die Piloten auf, sich wieder für Gespräche bereit zu erklären. «Wir müssen so schnell wie möglich an den Verhandlungstisch zurückkehren, am liebsten sofort. Ich bin für Cockpit rund um die Uhr erreichbar.»

4300 Flüge ausgefallen

Die Vereinigung Cockpit hat bereits bei vier Streikwellen 4300 Flüge ausfallen lassen, Hunderttausende Reisende waren betroffen. Hintergrund der Streiks ist der Tarifkonflikt um die Versorgung von rund 5400 Lufthansa-Piloten beim Übergang in den Ruhestand. Lufthansa will die bisherigen Regelungen zur Frührente abschaffen.

Der Konflikt zwischen Management und Pilotengewerkschaft eskaliert auch an anderer Stelle. So prüft das Unternehmen den Einsatz externer Piloten auf Langstreckenflügen unter der Marke Lufthansa.

Externe Piloten

Unter dem Projektnamen «Jump» hatte die Lufthansa unter anderem von den Gewerkschaften Kostenzugeständnisse verlangt, um mit abgespecktem Service-Angebot ohne First Class kostengünstiger zu eher touristischen Zielen fliegen zu können. Die VC soll sich laut Lufthansa nicht zu Einsparungen bereit erklärt haben, was allerdings von der Gewerkschaft bestritten wird.

VC-Sprecher Jörg Handwerg bestätigte die Lufthansa-Einschätzung, dass der geplante Schritt nicht gegen gültige Tarifverträge verstosse. Allerdings könnten sich Kunden dann nicht mehr darauf verlassen, dass in einem Lufthansa-Cockpit auch tatsächlich Lufthansa-Piloten sässen. Das wäre ein Novum, sagte Handwerg. «Wir bedauern, dass man so vorgeht.»

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