Aktualisiert 30.01.2019 16:24

Schwänzen für Klimastreik

Streikende Schüler dürfen Prüfung wiederholen

Westschweizer Gymi-Schüler, die wegen des Klimastreiks eine Prüfung verpassten, wurde mit einer Note 1 bestraft. Jetzt dürfen sie die Prüfung wiederholen.

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An einem Gymnasium in Payerne nahmen mehrere Schüler am Klimastreik teil. Doch am gleichen Tag fand eine Mathematik-Prüfung statt.

An einem Gymnasium in Payerne nahmen mehrere Schüler am Klimastreik teil. Doch am gleichen Tag fand eine Mathematik-Prüfung statt.

DR
Die Schule gab den Abwesenden die Note 1. Das sei gängige Praxis, sagt der Rektor des Gymnasiums in Payerne.

Die Schule gab den Abwesenden die Note 1. Das sei gängige Praxis, sagt der Rektor des Gymnasiums in Payerne.

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Schülerin Anne akzeptiert die Note aber nicht. «Eine Bestrafung sollte nicht mit den akademischen Leistungen vermischt werden», sagt sie.

Schülerin Anne akzeptiert die Note aber nicht. «Eine Bestrafung sollte nicht mit den akademischen Leistungen vermischt werden», sagt sie.

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Schüler des Gymnasiums in Payerne (VD) wollten am vergangenen Freitag etwas für das Klima tun und beteiligten sich am Klimastreik. In der Zeit wäre eigentlich eine Mathematik-Prüfung auf dem Programm gestanden. Die Lehrer kannten keine Gnade mit den Streikenden: Die Abwesenden kassierten eine Eins – die schlechteste Note.

Dagegen wehrten sich die Schüler. Mit Erfolg: Die Schule macht nun einen Rückzieher und lässt die Schüler die Prüfung wiederholen.

Unterstützung von Bundesrätin

Zuvor hatte Thierry Maire, der Rektor der Schule, das Vorgehen verteidigt. Es handle sich nicht um eine Bestrafung, sondern um die normale Anwendung der Vorschriften. «Das ist die Regel», sagt er. Anders wäre es gewesen, wenn die Schüler um eine Beurlaubung gebeten hätten. «Einige haben das getan. Mit ihnen fanden wir eine Lösung», erklärt Maire.

Unterstützung erhielten die streikenden Schüler sogar von der obersten Umwelt-Verantwortlichen des Landes. «Es freut mich, wenn sich junge Menschen für die Zukunft engagieren. Vom Klimawandel sind sie besonders betroffen», liess SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga über Twitter verlauten.

(20 Minuten)

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