ÖV-Protest in Genf: Streikenden droht Lohnabzug
Aktualisiert

ÖV-Protest in GenfStreikenden droht Lohnabzug

Um gegen den drohenden Stellenabbau zu protestieren, sind die Mitarbeiter der Genfer Verkehrsbetriebe in den Streik getreten. Ihnen wurde mit Lohnabzug und einem Polizeieinsatz gedroht.

Die Streikenden blockieren ein Depot.

Die Streikenden blockieren ein Depot.

Den Streikenden Tram- und Buschauffeuren der Genfer Verkehrsbetriebe (TPG) drohen Konsequenzen. Der TPG-Generaldirektor Christoph Stucki kündigte einen Lohnabzug an. Der Genfer Verkehrsdirektor Luc Barthassat (CVP) sprach sogar von einem Polizeieinsatz.

«Dieser Streiktag wird nicht bezahlt werden», sagte Stucki in der Mittagssendung «1230» des Westschweizer Radios (RTS). Der Lohnabzug sei die einzige mögliche Bestrafung.

Man könne keine Strafen wegen einer Blockade der Fahrzeuge in Betracht ziehen, da die Türen der Depots nicht geschlossen gewesen seien, hielt Stucki fest. Wenn ein Chauffeur hätte losfahren wollen, hätte er dies tun können.

«Wir bitten die Kunden um Entschuldigung»

Angesichts des Drucks wollten aber niemand als Streikbrecher gelten, wie Stucki der RTS sagte. Die Direktion habe junge Fahrer zu den Fahrzeugen begleitet. Die Fahrer hätten sich aber von den Streikenden davon abbringen lassen.

Stucki bedauerte, dass kein Minimalbetrieb aufrecht erhalten werden konnte: «Wir bitten die Kunden um Entschuldigung.» Die Verhandlungen mit dem Streikenden blieben bis am Mittag ohne Ergebnis.

Gespräche zu Polizeieinsatz

Der Genfer Verkehrsdirektor Luc Barthassat kündigte ebenfalls im Westschweizer Radio (RTS) Sanktionen für die Streikenden an, welche die Ausgänge der Depots versperrten. Er sei im Gespräch mit dem Sicherheitsdirektor Pierre Maudet (FDP) zu einem allfälligen Polizeieinsatz in den TPG-Depots.

Der Genfer Arbeitgeberverband bezeichnete den Streik am Mittwoch in einer Medienmitteilung als «illegal». Die Gewerkschaft Unia unterstützte die Kampfmassnahmen hingegen und begrüsste den «mutigen Kampf der TPG-Angestellten».

Obwohl kein Bus und kein Tram in der Genfer Innenstadt unterwegs war, kam es bislang nicht zum befürchteten Verkehrschaos. Allerdings waren mehr Fussgänger und Velofahrer als üblich in der Rhonestadt unterwegs. Die Taxis durften wegen des Streiks ausnahmsweise die Busspuren benutzen. (sda)

Deine Meinung