Aktualisiert 11.06.2008 17:27

BenzinstreikStreikposten zurückgedrängt

Nach dreitägiger Blockade ist der Grenzübergang La Jonquera zwischen Spanien und Frankreich wieder geöffnet.

Die spanische Polizei drängte am Mittwoch die demonstrierenden Lastwagenfahrer zurück, die mit ihrer Aktion gegen die hohen Spritpreise protestieren wollten. Ihre Gewerkschaften drohten mit neuen Streikmassnahmen im ganzen Land. Seit Beginn der Proteste wurden in Spanien schon mehr als 50 Demonstranten festgenommen.

Getragen werden die Streiks von selbstständigen Lastwagenfahrern, die am schwersten unter den hohen Spritpreisen zu leiden haben. Sie fordern ein garantiertes Mindesteinkommen von der Regierung, was diese jedoch unter Verweis auf die freie Marktwirtschaft zurückgewiesen hat. Die Automobilindustrie kündigte derweil an, dass ihre Produktion vermutlich am (morgigen) Donnerstag eingestellt werden müsse, da angesichts des Streiks der Lastwagenfahrer keine Ersatzteile mehr angeliefert würden.

In Granada kosteten die Proteste am Dienstag ein Menschenleben. Bei einer Blockade vor einem Grossmarkt wurde ein Streikposten von einem Transportfahrzeug erfasst, wie das Innenministerium mitteilte. Der Fahrer wurde festgenommen. Er habe Gas gegeben und den Mann überfahren, nachdem aus der Gruppe der Streikposten heraus Steine auf ihn geworfen worden seien, hiess es. Bei einem ähnlichen Zwischenfall kam im Nachbarland Portugal ein weiterer Mensch ums Leben.

Proteste auch in Polen

In Polen traten zehntausende Lastwagenfahrer am Mittwoch in einem einstündigen Streik, um gegen Regierungspläne zur Erhöhung der Autobahngebühren zu protestieren. Damit würden sich zusätzlich zu den hohen Spritpreisen die Kosten für Lkw-Fahrten weiter erhöhen, erklärten die Organisatoren der Aktion. Ihren Angaben zufolge blockierten mehr als 100.000 Fahrer mit ihren Lastwagen Strassen und Autobahnabschnitte im ganzen Land. (dapd)

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