Frankreich: Streiks wegen geplanter Rentenreform von Macron

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ParisStreiks und Demos in Frankreich gegen Rentenreform von Macron

Die meisten Züge bei unseren Nachbarn werden nicht fahren, 20 Prozent der Flüge vom Flughafen Paris Orly wurden abgesagt. In ganz Frankreich sind mehr als 200 Kundgebungen geplant.

In Frankreich gehen am Donnerstag Tausende Menschen auf die Strasse, um gegen Macrons geplante Rentenreform zu demonstrieren.

Darum gehts

  • Frankreichs Präsident Emanuel Macron plant eine neue Rentenreform.

  • Das kommt bei den Französinnen und Franzosen nicht gut an.

  • Für Donnerstag sind Hunderte landesweite Proteste angekündigt. 

Mit landesweiten Streiks und Demonstrationen protestieren an diesem Donnerstag Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Frankreich gegen die von Präsident Emmanuel Macron geplante Rentenreform. Die meisten Züge werden nach Angaben der staatlichen Eisenbahngesellschaft SNCF nicht fahren, 20 Prozent der Flüge vom Flughafen Paris Orly wurden abgesagt. Beschäftigte in Stromversorgungsunternehmen wollen ebenso die Arbeit niederlegen wie Vorschul- und Grundschullehrkräfte. Mehr als 200 Kundgebungen sind in ganz Frankreich angekündigt, an der zentralen in Paris wollen alle Gewerkschaften teilnehmen.

Der Chef der Gewerkschaft CFDT, Laurent Berger, bezeichnete die von der Regierung geplante Anhebung des nominellen Rentenalters von 62 auf 64 Jahre als unfair. Er rief im Fernsehsender BMFTV dazu auf, friedlich zu demonstrieren, dass man damit nicht einverstanden sei.

Neue Rentenreform verlange «zusätzliche Anstrengung»

Macrons Regierung will ihre Rentenreform am Montag offiziell vorlegen und im Februar auf den parlamentarischen Weg bringen. Zentraler und laut Umfragen auf grösste Ablehnung stossender Punkt ist die Anhebung des Rentenalters. Zudem soll der Anspruch auf eine volle Rente an eine Lebensarbeitszeit von mindestens 43 Jahren gekoppelt werden. Die Regierung sagt, nur so könne das Rentensystem bei einer alternden Bevölkerung und zunehmender Lebenserwartung weiterhin finanziert werden.

«Das Recht auf Streik ist eine Freiheit, aber wir wollen keine Blockaden»

Arbeitsminister Olivier Dussopt

Arbeitsminister Olivier Dussopt sagte im Fernsehsender LCI, die Rentenreform verlange von den arbeitenden Menschen eine «zusätzliche Anstrengung». Er rief Streikende auf, nicht die Wirtschaft lahmzulegen. «Das Recht auf Streik ist eine Freiheit, aber wir wollen keine Blockaden», sagte er.

Die Gewerkschaften sehen von der Reform hart erkämpfte Arbeitnehmerrechte bedroht. Sie schlagen als Alternative höhere Steuern für Reiche oder einen höheren Arbeitgeberbeitrag bei den monatlichen Lohnabrechnungen vor.

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(dpa/fos)

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