Stadtkreis 4/5: Streit bei Zürcher Grünen – mehrere Austritte
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Stadtkreis 4/5Streit bei Zürcher Grünen – mehrere Austritte

Mehrere bekannte Grüne – darunter Fraktionschefin Karin Rykart und Grüne-Schweiz-Vizepräsident Luca Maggi – haben die Kreispartei 4/5 verlassen. Grund ist ein Machtkampf.

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sda/20M

In der Kreispartei 4/5 der Zürcher Grünen herrscht keine friedliche Weihnachtsstimmung. Vier Mitglieder sind ausgetreten: Gemeinderats-Fraktionschefin und Ex-Kreispartei-Präsidentin Karin Rykart, Kantonalpartei-Sekretärin Ulla Blume, Grüne-Schweiz-Vizepräsident Luca Maggi und dessen Onkel Maurice Maggi, bekannt als Guerilla-Gärtner. Diese bestätigten die Austritte gegenüber der «NZZ», wollten sich aber nicht weiter dazu äussern.

Als Hauptgründe nennen mehrere, gemäss dem Bericht voneinander unabhängige Quellen, folgende: Die Kreispartei werde von einem Vorstand dominiert, der aus Familienmitgliedern und Freunden des grünen Polit-Ehepaars Markus Knauss und Gabi Petri bestehe. Weiter sei der Umgangston gegenüber den Austretenden nicht mehr erträglich gewesen. Und schliesslich habe der Grabenkampf eine konstruktive Zusammenarbeit verhindert.

Die bekannteste der Ausgetretenen ist Rykart, die am Mittwoch eine Meldung der über den parteiinternen Streit bestätigte. Die 44-Jährige nennt als Ausgangspunkt für das Zerwürfnis einen genauen Termin: die Mitgliederversammlung vom Juli 2014.

Rykart hatte auf diesen Termin hin ihren Rücktritt als Präsidentin der Kreispartei 4/5 erklärt. Zum neuen Präsidenten wurde der heute 54-jährige Markus Knauss - ebenfalls Gemeinderat - gewählt.

An der gleichen Mitgliederversammlung ging es um die Listenbildung im Hinblick auf die kantonalen Wahlen: Rykart weibelte für den «Junggrünen» Luca Maggi, der auf den ersten Listenplatz wollte. Aber nicht ihn setzte die Versammlung auf Platz 1, sondern die altgediente Kantonsrätin Gabi Petri, Lebenspartnerin von Knauss.

«Noch nicht viel zu Stande gebracht»

Dies geriet Rykart und Maggi in den falschen Hals. Viel auszusetzen gab es am demokratischen Verfahren zwar nicht. Aber: «Es war die Art und Weise, wie man hingestellt wurde», sagte Rykart zur Nachrichtenagentur sda. So, als hätte man «noch nicht viel zu Stande gebracht».

Rykart räumt ein, dass Knauss und Petri die Kreispartei vor 20 Jahren zusammen aufgebaut und zu einer starken Partei gemacht haben. Sie liessen gern durchblicken, sie hätten am meisten getan. «Das stimmt natürlich», so Rykart. Sie hätten enorm viel gearbeitet und politisch viel gebracht. Aber, fügt sie gleich an, man sollte doch auch Neuen die Möglichkeit geben, einzusteigen und sich zu bewähren.

«Das möchte ich parteiintern halten»

Sie möchte nicht die Kreispartei wechseln, in der sie seit zehn Jahren politisiere, sagte Rykart. Sie habe Hoffnung, «dass wir eine Lösung finden». Dazu aber sei der Präsident gefordert. «Es wäre an ihm, die Leute wieder einzubinden» und das Gespräch zu suchen.

Knauss wollte auf Anfrage zu den Querelen nichts sagen: «Das möchte ich parteiintern halten». Falls Rykard mit ihm sprechen wolle, könne sie das jederzeit tun. Gelegenheiten dazu gebe es genügend. Beide nehmen jede Woche an zwei Sitzungen teil. Die Stimmung in der Kreispartei sei nach den Austritten gut, man arbeite viel.

Gemäss dem Bericht der «NZZ» sind im neuen Jahr klärende Gespräche zwischen Knauss sowie der Stadt- und Kantonalpartei geplant.

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