Streit mit den Nachbarn häufiger Umzugsgrund
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Streit mit den Nachbarn häufiger Umzugsgrund

Die Schweizer Bevölkerung ist mit ihrer Wohnsituation gemäss einer Studie sehr zufrieden. Am meisten Ärger gibt es wegen Nachbarn und Nebenkosten.

Über 70 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer sind mit ihrer Wohnsituation hochgradig zufrieden; weitere 26 Prozent sind eher zufrieden. Dies ergab der erste so genannte Wohnmonitor, der am Freitag in Bern vorgestellt wurde und der auf einer repräsentativen Meinungsumfrage vom letzten Mai beruht. Die Zufriedenheit sei dabei unabhängig vom Einkommen, erklärte das Institut gfs.bern. Dies legt laut dem Auftrag gebenden Hauseigentümerverband Schweiz (HEV) den Schluss nahe, dass auf dem Schweizer Wohnungsmarkt für jedes Budget ein gutes Angebot existiere.

Etwas mehr als die Hälfte der Schweizer lebt gemäss der Studie in einer funktionalen Wohnung mit durchschnittlichem Ausbaustandard und einem durchschnittlichen Preis. Ausschlag gebend für die Zufriedenheit sei, dass die Bewohner bei diesen Wohnungen keine aussergewöhnlichen Ansprüche stellten. Rund 14 Prozent der Wohnbevölkerung leisten sich eine so genannten Genusswohnung, die einen überdurchschnittlichen Ausbaustandard aufweist und wo die Toleranzgrenze für Faktoren wie Lärm, Imagewandel im Quartier oder Verbauung der Aussicht weniger gross ist. Rund ein Viertel der Befragten wählt eine preiswerte Wohnung, sechs Prozent eine Familienwohnung.

Wohneigentümer und Mieter stellen meist ähnliche Wünsche und Bedürfnisse an ihr Zuhause, wie es weiter heisst. Für Mieter sind ein Balkon oder eine Terrasse, gute Lichtverhältnisse, eine Waschmaschine und ein Tumbler, eine moderne Küche sowie ein Keller- und Estrichabteil wichtig. Die Eigentümer ergänzen diese Liste mit dem Geschirrspüler, Garten und genügend Garagen- und Veloabstellplätzen. Weniger wichtig ist eine ökologische Bauweise.

Die häufigsten Faktoren, die Mieter zum Umzug bewegen, sind Probleme mit den Nebenkosten, Streit mit den Nachbaren und eine Verbauung des Ausblicks. Ebenfalls ungeliebt sind störende Haustiere, Lärm oder ein Imagewandel des Quartiers. Nur marginal Grund für einen Umzug sind für Mieter und Wohneigentümer gleichermassen Kinderlärm sowie eine Verschlechterung des Bildungsangebots und der Verkehrsanbindung. Generell wechseln Wohneigentümer weniger schnell ihr Zuhause als Mieter.

Städter haben es schwerer mit der Wohnungssuche

Gemäss der Studie weist der Schweizer Wohnungsmarkt jedoch auch Lücken auf: So hätten 51 Prozent der Mieter während ihrer Wohnungssuche schon einmal Wunschvorstellungen nicht erfüllen können. In den Städten und Agglomerationen sei der Anteil der vergebens Suchenden erhöht. Besonders im Bereich der Gebrauchswohnungen und der Kleinwohnungen unter 2,5 Zimmer sei das Angebot verknappt. In der lateinischen Schweiz sei die Lage zudem schwieriger als in den übrigen Landesteilen. Das Forschungsinstitut gfs.bern befragte im Auftrag des Hauseigentümerverbandes zwischen dem 8. und dem 26. Mai 2006 1.011 Stimmberechtigte. (dapd)

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