13.06.2017 05:48

Strafgericht BSStreit mit Messer und Pistole – Mann vor Gericht

Ein 24-Jähriger soll während einer Auseinandersetzung im Fame Club seine Kontrahenten mit einem Messer und einer Pistole bedroht haben. Dabei wurde eine Unbeteiligte verletzt.

von
jd
Eine Auseinandersetzung im Fame eskalierte. Nun sass am Montag ein 24-Jähriger wegen versuchter vorsätzlicher Tötung vor dem Strafgericht.

Eine Auseinandersetzung im Fame eskalierte. Nun sass am Montag ein 24-Jähriger wegen versuchter vorsätzlicher Tötung vor dem Strafgericht.

cs

Dass der Beschuldigte (24) während einer Party-Nacht im Fame vom 28. Dezember 2014 sowohl mit einem Messer als auch mit einer Pistole Walther P5 herumgefuchtelt hatte, gab der junge Mann bereits zu Beginn des Prozesses zu. Die Fragen, die es am Montag vor dem Strafgericht zu klären galt, waren die Absichten des Beschuldigten: Wollte er seine Gegner verletzen oder nahm er gar in Kauf, jemanden zu töten? Ein weiteres, ungeklärtes Detail: War die Pistole geladen, als der Angeklagte sie vor dem Lokal zückte?

Der Streit um eine Frau war der Beginn der Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe von rund fünf Personen sowie dem unter anderem wegen versuchter vorsätzlicher Tötung angeklagten Metallbauer und dessen Cousin. «Die Security sagten uns, wir sollen den Club verlassen, beim Rausgehen habe ich dann mein Messer gezückt und damit eine Rundumbewegung gemacht», schilderte der Kosovare der Sechserkammer.

Opfer hat Angststörung

Mit der 9 cm langen Klinge des Klappmessers verletzte er dabei eine völlig unbeteiligte Clubgängerin am Oberschenkel, die ohne es zu wissen zwischen die Fronten gekommen war. Die Stichwunde konnte genäht werden, doch die seelischen Folgen plagen sie bis heute. «Ich habe seither eine Angststörung, habe Panik im Dunkeln und kann keine Orte mehr besuchen, wenn es dort viele Leute hat», sagte sie vor dem Gericht.

Statt nach Hause zu gehen warteten die beiden Männer vor der Disco auf ihre Gegner, so die Staatsanwaltschaft. Während der Ersteinvernahme sagte der Angeklagte: «Im Fame nahm ich mein Messer in die Hand und wollte den Türken im weissen Pulli abstechen.» Er habe die Pistole aus dem Auto unter dem Fahrersitz hervorgeholt und habe diese einsatzbereit gemacht. «Dann wurde ich richtig hässig, ich war sehr aggressiv in dem Moment und weiss nicht, was passiert wäre, wenn mein Kollege mich nicht gestoppt hätte. Eventuell hätte ich sie ihm auch einfach über die Birne gehauen.»

War Waffe geladen?

Soweit kam es jedoch nicht. Eine Polizeipatrouille wurde auf den Mann aufmerksam, daraufhin begab er sich zurück in sein Auto und entlud die Waffe, so die Staatsanwaltschaft.

Während der Verhandlung erzählte der Angeklagte eine andere Version der Geschichte. Er und sein Cousin hätten Angst gehabt und wollten sich mit der Pistole lediglich verteidigen. Die Waffe sei zu keinem Zeitpunkt geladen gewesen.

Die Staatsanwaltschaft will den Beschuldigten sechs Jahre hinter Gitter wissen. Das Urteil wird am Dienstagmorgen gesprochen.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.