In der Verlängerung: Streit schiesst die Schweiz zum Sieg
Aktualisiert

In der VerlängerungStreit schiesst die Schweiz zum Sieg

Nach einem erneuten Krimi gegen Deutschland hat die Schweizer Nationalmannschaft an der WM die Zwischenrunde erreicht. Den goldenen Treffer zum 2:1 nach 78 Sekunden der Verlängerung erzielte Mark Streit mit einem abgefälschten Distanzschuss.

Der Sieg war hoch verdient, die Schweizer hatten ab dem zweiten Drittel deutlich mehr vom Spiel. Allerdrings harzte es wie schon gegen Frankreich mit der Umsetzung, allein in letzten Abschnitt betrug das Schussverhältnis 14:4.

Schon das letzte Drittel der regulären Spielzeit bot punkto Spannung alles, was die Vergleiche beider Nachbarn so faszinierend macht. Zuerst konnten die Schweizer während 58 Sekunden eine doppelte nummerische Überzahl nicht nutzen, später hatten die Deutschen 17 Sekunden zwei Mann mehr auf dem Eis. Beide Teams hatten auch einen Matchpuck, zuerst schoss NHL-Star Jochen Hecht völlig freistehend daneben, dann traf Roman Wick aus bester Lage nur den Pfosten.

Den Führungstreffer erzielte in der 7. Minute Christoph Ullmann, der einen Abpraller verwertete. Nur 130 Sekunden später gelang Roman Wick bei seinem ersten Einsatz aber der Ausgleich aus nächster Distanz und nach idealem Zustand von Romano Lemm. Weitere 100 Sekunden später hätte der Kloten-Torjäger aus praktisch identischer Position erneut treffen können scheiterte diesmal aber an Dimitri Pätzold.

Nach dem 2:1 mit einem Distanzschuss von Mathias Seger (24.) hatten die Schweizer mehrere Chancen zum 3:1, die klarste in einem Powerplay. Statt der Vorentscheidung aber die grosse Ernüchterung: Die Schweizer begingen in der Vorwärtsbewegung einen Fehler und den Konter verwertete Christoph Schubert im zweiten Anlauf. Der Verteidiger der Ottawa Senators kannte gegen seinen langjährigen Klubkollegen und guten Kumpel Martin Gerber kein Pardon.

Die Partie bot wenige Finessen, dafür viele Emotionen. Besonders im Mitteldrittel geriet den finnischen Unparteiischen die Partie phasenweise fast ausser Kontrolle.

Eishockey-WM in Bern und Kloten, 2. Gruppenspiel, Gruppe B

Schweiz - Deutschland 3:2 (1:1, 1:1, 0:0, 1:0) n.V.

PostFinance-Arena, Bern. - 11 423 Zuschauer (ausverkauft). -SR Partanen/Rönn (beide Fi), Dediulia/Orelma (WRuss/Fi).

Tore: 7. Ullmann Butenschön, Seidenberg/Ausschluss Rüthemann) 0:1. 9. Wick (Lemm, Jeannin) 1:1. 24. Seger (Paterlini, Strafe angezeigt) 2:1. 34. Schubert (Hospelt, Mulock/Ausschluss Hördler!) 2:2. 62. (61:18) Streit (Ausschluss Bakos) 3:2.

Strafen: 7mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 6mal 2 Minuten gegen Deutschland.

Schweiz; Gerber; Streit, Blindenbacher; Du Bois, Bezina; Seger, Furrer; Josi; Paterlini, Ziegler, Sannitz; Déruns, Jeannin, Lemm; Gardner, Plüss, Rüthemann; Sprunger, Sannitz, Romy; Wick.

Deutschland: Pätzold; Bakos, Schmidt; Schubert, Butenschön; Müller, Osterloh; Hördler, Renz; Wolf, Hackert, Gogulla; Seidenberg, Ullmann, Hecht; Felski, Barta, Kreutzer; Mulock, Hospelt, Hager.

Bemerkungen: Schweiz ohne Rüeger (Ersatztorhüter), Monnet, Josi, Manzato (alle nicht gemeldet). 56. Pfostenschuss Wick. 61. (60:41) Timeout Schweiz. Schüsse: Schweiz 40 (7-17-14-2). Deutschland 22 (8- 10-4-0). Powerplay-Ausbeute: Schweiz 1/5 (1 Shorthander kassiert). Deutschland 1/6.

(si)

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