Fussball: Streit über Dopingmeldesystem eskaliert
Aktualisiert

FussballStreit über Dopingmeldesystem eskaliert

Der Streit zwischen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und der FIFA und UEFA droht zu eskalieren.

Die ablehnende Haltung der beiden Verbände gegenüber dem seit Anfang Jahr gültigen Dopingmeldesystem führt in der WADA zu heftigen Reaktionen.

In dieser Auseinandersetzung hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) klare Stellung bezogen. Wie IOC-Präsident Jacques Rogge am Mittwoch in Denver betonte, sei er zuversichtlich, dass die Unstimmigkeiten zwischen der FIFA bis zur Sitzung des WADA- Vorstandes am 10. Mai in Montreal geklärt werden. Rogge forderte die FIFA auf, den Code der Welt-Antidoping-Agentur in den kommenden sechs Wochen in vollem Umfang durchzusetzen.

WADA-Generalsekretär David Howman drohte indirekt sogar mit dem Ausschluss des Fussballs aus dem olympischen Programm, schliesslich sei das Meldesystem Bestandteil der IOC-Charta. Gemäss WADA- Präsident John Fahey verkennen FIFA und UEFA die Realität des Dopings im Sport. Eines der Schlüsselprinzipien der Doping- Bekämpfung sei der Überraschungseffekt und die Möglichkeit, den Athleten ohne Ankündigung das ganze Jahr über testen zu können- und nicht nur auf dem Trainingsgelände.

Die Erfahrung habe gezeigt, «dass Sportler, die betrügen wollen, vor allem dann betrügen, wenn sie denken, sie würden nicht getestet werden», sagte Fahey, «deshalb müssen wir in der Lage sein, zu jeder Zeit und auf intelligente Art und Weise zu testen.»

Seit diesem Jahr müssen Fussballer für die jeweils kommenden 90 Tage fortlaufend ihren Aufenthaltsort bei der Nationalen Anti- Doping-Agentur (NADA) melden. FIFA und UEFA weisen jedoch auf «fundamentale Differenzen» zwischen der Behandlung von Einzelsportlern und der von Mannschaftssportlern hin. «Wir dürfen im Kampf gegen Doping keine Hexenjagd betreiben. Wir sind vielleicht der Verband, der am meisten gegen Doping unternimmt. Aber wir brauchen eine Privatsphäre für unsere Spieler», sagte FIFA- Chef Sepp Blatter am UEFA-Kongress in Kopenhagen.

Die beiden Fussball-Verbände sind sich jedoch einig, dass eine individuelle Lokalisierung für diejenigen Sportler möglich sein sollte, die entweder schon eine Sperre absitzen oder für längere Zeit verletzt sind und demnach nicht am täglichen Leben eines Klubs teilnehmen. (si)

Deine Meinung