Streit um Ampelmännchen
Aktualisiert

Streit um Ampelmännchen

Der Streit um die Markenrechte am inzwischen zum Kultobjekt gewordenen ostdeutschen Ampelmännchen beschäftigt seit Dienstag die deutsche Justiz.

Vor dem Landgericht Leipzig begann am Nachmittag ein Prozess in dieser Sache.

Zwei Unternehmen aus Berlin und Sachsen streiten sich um die Rechte an dem Ost-Symbol. Pikant ist die Auseinandersetzung auch, weil dabei ein westdeutscher Unternehmer gegen einen ostdeutschen Firmenchef klagt.

Kläger ist die Berliner Ampelmann GmbH, die über das Internet und in drei Geschäften in Berlin eine umfassende Ampelmann- Kollektion vertreibt. Seit 1997 hat die Design-Firma des Tübingers Markus Heckhausen zahlreiche Markenrechte beim Patentamt angemeldet.

Ihr steht die Verkehrstechnik Rossberg aus Wildenfels bei Zwickau gegenüber, die ebenfalls zahlreiche Patentrechte am Ost- Männchen hält. Aus Sicht des Klägers sind die Rechte der Sachsen aber längst verfallen, weil diese die Marke allenfalls für Ampelanlagen, nicht aber für andere Produkte ernsthaft nutzen.

Das Ampelmännchen sollte mit der Wiedervereinigung wie so viele DDR-Relikte eigentlich verschwinden. Anfang der 90er Jahre wurde in den neuen Ländern damit begonnen, den Ost-Mann durch den dünnen, hutlosen West-Ampelmann zu ersetzen.

Doch dagegen regte sich Widerstand - zum Teil mit grossem Erfolg: Seit Januar dieses Jahres gibt es das Ost-Männchen nun sogar schon an Kreuzungen im Westteil Berlins.

(sda)

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