Aktualisiert 20.05.2007 06:59

Streit um Aussenminister Kouchner

Mission erfüllt: Nicolas Sarkozy treibt erfolgreich einen Keil zwischen Frankreichs Sozialisten. Aussenminister Kouchner wurde aus seiner Partei ausgeschlossen.

Einen Tag nach der Vorstellung der neuen französischen Regierung geht die Kritik über die Berufung des Sozialisten Bernard Kouchner zum Aussenminister weiter. Kouchner selber gibt sich kämpferisch.

Der Parteichef der Sozialisten (PS), François Hollande, nannte die Entscheidung des früheren Katastrophenhelfers und Gründers der Hilfsorganisation «Ärzte ohne Grenzen» ein «persönliches Abenteuer» und schloss Kouchner aus der PS aus.

Der sozialistische Europa-Abgeordnete Benoît Hamon nannte Kouchners Wechsel in eine Regierung, in der es ein Ministerium für Immigration und nationale Identität gibt, «beklagenswert».

«Ich gebe meine sozialistischen Überzeugungen nicht auf, nur weil ich mit Personen zusammenarbeiten werde, die anders denken als ich», sagte Kouchner der unabhängigen Tageszeitung «Le Monde» (Sonntag). Er werde mit allen, die offen sind, auch weiterhin dafür kämpfen, dass es endlich eine französische Sozialdemokratie gebe.

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hatte am Freitag seine «Reformregierung der Öffnung» vorgestellt. 13 der 15 Minister gehören der Regierungspartei UMP an, dazu kommen ein Sozialist und ein Zentrumspolitiker. Sieben der 15 Ministerposten wurden mit Frauen besetzt. (sda)

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