Aktualisiert 19.05.2007 12:46

Streit um gespreizte Beine in Istanbul

In der Türkei wird nicht nur heftig ums Präsidentenamt gestritten, sondern auch um Werbung für aufreizende Bademode. Kritiker sehen hinter einem Verbot für freizügige Werbung die Zensur der Islamisten.

Am 22. Juli ist es soweit: Die Türkei stimmt einmal mehr darüber ab, wer das Amt des Staatspräsidenten bekleiden soll. Bis dahin streiten sich säkulare und religiöse Türkinnen und Türken um den Einfluss des Islam auf die Politik.

Gestritten wird aber auch darüber, wie freizügig bekleidet Models für Badebekleidung auf Werbeplakaten abgebildet sein dürfen, wie Spiegel online schreibt. Anlass für den Streit war der Entscheid der Istanbuler Stadtverwaltung, mehreren Modedesignern die Werbefläche für ihre Produkte zu verweigern.

Gegner von Premierminister Erdogan und dessen AKP sehen in den Werbeverboten den Beweis dafür, dass die Trennung zwischen Religion und Staat in der Türkei allmählich aufgelöst wird.

Die Istanbuler Stadtverwaltung wehrt sich: Das Plakatierungsverbot sei erlassen worden, weil Autofahrer von den leicht bekleideten Damen abgelenkt würden. Zudem sei letztlich viel Werbung für Bademode erlaubt worden.

Doch das stimmt nicht ganz: Wie ein Modedesigner in einer türkischen Zeitung sagte, seien seine Vorschläge erst akzeptiert worden, als er sie «deutlich entschärft» habe.

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