«Seriöse» Berechnung gefordert: Streit um Notsystem für AKW-Mühleberg
Aktualisiert

«Seriöse» Berechnung gefordertStreit um Notsystem für AKW-Mühleberg

Seit Wochen steht das AKW Mühleberg still. Am Dienstag stellte die BKW nun Baumassnahmen vor, mit denen sie das AKW für Hochwasser wappnen will. Diese sind umstritten.

von
Bigna Silberschmidt
Mit drei zusätzlichen Ansaugstutzen soll das AKW Mühleberg gegen Hochwasser geschützt werden.

Mit drei zusätzlichen Ansaugstutzen soll das AKW Mühleberg gegen Hochwasser geschützt werden.

Am 30. Juni wurde das AKW Mühleberg vorzeitig vom Netz genommen. «Seither haben wir intensiv an Optimierungslösungen gearbeitet», so BKW-Sprecher Antonio Sommavilla. Das Ziel: Auch bei Aarehochwasser soll das Notsystem die Versorgung mit Kühlwasser sicherstellen. Der Stromkonzern will das Einlaufbauwerk Susan nun mit drei zusätzlichen Ansaugstutzen ausrüsten. Jeder einzelne stelle die Kühlwasserversorgung sicher, falls die normalen Ansaugstutzen verstopft würden. Zudem will die BKW eine redundante Leitung bauen, mit der Kühlwasser von mobilen Feuerwehrpumpen eingespeist werden kann. Die Aufsichtsbehörde Ensi hat diese Massnahmen laut BKW abgesegnet. «Die Bauarbeiten beginnen sofort», so Somma­villa. Danach gehe das AKW im Verlauf des Septembers wieder ans Netz.

Dies stösst der SP Kanton Bern sauer auf: «Das überhastete Vorgehen zeigt, dass die Sicherheit der Bevölkerung fürs Ensi zweitrangig ist», so Präsident Roland Näf. Die SP werde sich gegen die Wiederinbetriebnahme wehren. Auch Christian Pfister, Klimahistoriker der Uni Bern, warnt vor Schnellschüssen: «Ich fordere eine seriöse Berechnung, die sämtliche potenziellen Gefahren berücksichtigt.» Für eine solche Studie müsse mit einem halben Jahr gerechnet werden. Fest steht für den Umweltexperten: «Mühleberg ist von allen Schweizer AKW-Standorten der hochwassergefährdetste.»

«Mühleberg ist sicher»

Grüne wollen bei BKW mitreden

Die Grünen Bern wollen Einsitz in den Verwaltungsrat des Berner Energiekonzerns BKW nehmen. An ihrer Delegiertenversammlung vom Dienstag nominierten sie drei ihrer Meinung nach geeignete Kandidaten. Vorgeschlagen werden gemäss einer Mitteilung der Genfer Ständerat Robert Cramer, die Berner Nationalrätin Franziska Teuscher und Urs Muntwyler, Unternehmer sowie Professor für Photovoltaik an der Berner Fachhochschule Technik und Informatik.

Ihre Forderung sei einfach umzusetzen, so die Grünen. Es brauche keine Abwahl von Verwaltungsräten, die BKW müsse einzig die ihr gemäss Stauten mögliche Besetzung von 13 Verwaltungsratssitzen wahrnehmen, schreibt die Partei. (sda)

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