Ramadan gegen Blancho: Streit um richtigen Islam für die Schweiz
Aktualisiert

Ramadan gegen BlanchoStreit um richtigen Islam für die Schweiz

Für den Genfer Islamwissenschafter Tarik Ramadan ist der Bieler Radikalislamist Nicolas Blancho ein Sektierer ohne Basis. Ramadan wartet auch mit einem kreativen Vorschlag für neue Minarette auf.

Tarik Ramadan (links) wirft Nicolas Blancho (rechts) und seinem Islamischen Zentralrat vor, eine «Randerscheinung in der muslimischen Landschaft» zu sein.

Tarik Ramadan (links) wirft Nicolas Blancho (rechts) und seinem Islamischen Zentralrat vor, eine «Randerscheinung in der muslimischen Landschaft» zu sein.

Blancho und sein Islamischer Zentralrat seien «eine Randerscheinung in der muslimischen Landschaft», sagt Ramadan im Interview mit SonntagsBlick. Er repräsentiere keinesfalls die Muslime in der Schweiz: «Die Mehrheit der Muslime erkennt sich in seinen Worten nicht.»

Obwohl der umstrittene Vordenker eines europäischen Islams zur Integration rät, bestärkt er sie auch, ihre Traditionen zu wahren. So müsse Kopftuchtragen in der Schule oder in der Verwaltung möglich sein «wenn Bürgerservice und Unterricht neutral bleiben.» Und das Minarettverbot müssten die Schweizer Muslime als Bürger zwar respektieren, aber auch bekämpfen, weil es diskriminierend sei.

Dabei rät er zu einem kreativen Umgang: Minarette so bauen, dass sie zur schweizerischen Architektur passten. «In der Schweiz muss eine Moschee eine schweizerische Moschee sein.»

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