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Streit um St. Galler Emmentaler

Der Bund büsst eine Milchverwerter-Organisation mit mehreren 100 000 Franken. Die Organisation hatte ein zusätzliches Kontingent Milch erhalten, dieses aber nicht nach Vorgaben des Bundes vermarktet.

Die Milchverwerter-Organisation stellt Gross-Lochkäse her. Wegen vorschriftswidriger Vermarktung von Emmentalerkäse ist die Produzenten-Milchverwerter-Organisation (PMO) Ostschweiz mit Sitz in Benken SG vom Bund mit mehreren 100 000 Franken gebüsst worden.

Es handle sich um ein Kontingent von mehreren Millionen Kilo Milch, sagte BLW- Sprecher Jürg Jordi. Es sei das erste Mal, dass der Bund eine solche Busse ausspreche. Die Organisation verstiess gegen die Auflage, dass der mit der zusätzlichen Milch produzierte Käse in der Vermarktung klar von AOC-Emmentaler abgegrenzt werden muss.

Zusätzliche Kontingente können im Rahmen des vorzeitigen Ausstiegs aus der Milchkontingentierung unter bestimmten Bedingungen bewilligt werden.

Rekurs gegen Busse

Die Milchverwerter wollen die Busse anfechten. Laut Elmar Bigger hat die Genossenschaft PMO Ostschweiz entschieden, gegen die Verfügung des BLW beim Bundesgericht Rekurs einzulegen. Für Bigger ist das BLW «nicht das Bundesamt für, sondern der Landwirtschaft».

Die Busse sei nicht gerecht, kritisierte Bigger und übte harsche Kritik: «Die Mafia der Milchbranche unterscheidet sich nicht von derjenigen des Drogengeschäfts.»

Genaue Angaben zur Höhe der Busse machten weder Bigger noch das BLW. Das BLW hatte aus Datenschutzgründen auch die betroffene Milchverwerter-Organisation nicht genannt. (sda)

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