Opfikon: Streit um «SVP-Anzeiger» kommt vors Volk
Aktualisiert

OpfikonStreit um «SVP-Anzeiger» kommt vors Volk

Rückschlag für SVP-Vizepräsident Walter Frey: Sein Zukauf des «Stadt-Anzeigers» von Opfikon ist noch nicht unter Dach und Fach.

Die Stimmberechtigten der Stadt Opfikon müssen definitiv über ihr künftiges Amtsblatt abstimmen. Das Referendum der SP, die sich gegen einen befürchteten «SVP-Anzeiger» wehrt, ist zustande gekommen.

Von den eingereichten 412 Unterschriften sind 398 gültig, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte. Nötig gewesen wären 300. Wie der Stadtrat in der Mitteilung weiter schreibt, ist der Urnengang für den 15. Mai angesetzt. Die SP will mit ihrem Referendum verhindern, dass der «Stadt-Anzeiger» weitere vier Jahre lang offizielles Amtsblatt von Opfikon bleibt.

Auslöser für den Widerstand war der Verkauf des Blattes an den SVP-Vizepräsidenten und Autoimporteur Walter Frey, der unter dem Dach seiner Firma Lokalinfo AG bereits fünf Quartierblätter in der Region Zürich herausgibt.

SP befürchtet SVP-Einfluss

Die SP befürchtet nun, dass sich der «Stadt-Anzeiger» unter dem neuen Besitzer zum «SVP-Anzeiger» entwickelt. Man sei naiv, wenn man glaube, dass Walter Frey nur aus rein finanziellen Motiven im ganzen Kanton Zürich Zeitungen kaufe.

Sollte das Referendum vom Stimmvolk angenommen werden, kommen für die SP zwei Lösungen in Frage: Entweder suche die Stadt nach einem neuen Anbieter für die amtlichen Publikationen. Oder die Zeitung müsse an einen parteipolitisch unabhängigen Eigentümer weiterverkauft werden.

Der Opfiker Gemeinderat teilt die Bedenken der SP nicht: Im Dezember gab er seine Zustimmung, dass der «Stadt-Anzeiger» weitere vier Jahre offizielles Amtsblatt der Stadt Opfikon sein darf.

Das Blatt hat eine Auflage von 1800 Exemplaren und erscheint einmal pro Woche. Einmal pro Monat wird die Zeitung als Grossauflage in alle Haushalte verteilt. Der frühere Verleger Theophil Maag zog sich aus Altersgründen zurück. (sda)

Deine Meinung