Aktualisiert 16.02.2020 11:58

Credit SuisseStreit um Thiams letzten Bonus

Welche Abfindung erhält der Ex-Konzernchef der Schweizer Grossbank? Diese Frage ist noch nicht vollends geklärt.

von
roy
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Tidjane Thiam erhält wohl rund 30 Millionen Franken, weil er die Credit Suisse als sogenannter «Good Leaver» verlässt.

Tidjane Thiam erhält wohl rund 30 Millionen Franken, weil er die Credit Suisse als sogenannter «Good Leaver» verlässt.

Keystone/Ennio Leanza
Thomas Gottstein wird neuer CEO der Credit Suisse.

Thomas Gottstein wird neuer CEO der Credit Suisse.

Keystone/Gaetan Bally
Er übernimmt am 14. Februar vom abtretenden Tidjane Thiam.

Er übernimmt am 14. Februar vom abtretenden Tidjane Thiam.

Walter Bieri

Bei der Credit Suisse gibt es Krach um den letzten Bonus von Tidjane Thiam, wie die «SonntagsZeitung» schreibt.

Der abtretende CEO der zweitgrössten Schweizer Bank legte letzten Donnerstag ein Ergebnis mit einer Gewinnsteigerung von 69 Prozent vor. Allerdings bestand dieses Plus von rund einer Milliarde Franken fast vollständig aus Sondereffekten wie Häuserverkauf und der Aufwertung von Beteiligungen.

Nicht vorbehaltlos akzeptieren

Normalerweise werden solche Effekte bei der Bestimmung des Bonus herausgerechnet, genau so wie einmalige Abschreiber oder Bussen. Nicht so in diesem Fall. Im bereinigten Vorsteuer-Gewinn von 5 Milliarden Franken sind die Sondereffekte grösstenteils enthalten. Das ist entscheidend, denn ohne Aufwertungsgewinn wäre das Ziel bei der geforderten Kapitalrendite nicht erreicht worden und die übrigen Kennzahlen wären tiefer ausgefallen als jetzt ausgewiesen.

Das alles tönt zwar sehr technisch, aber letztlich geht es für Thiam um Millionen. Letztes Jahr erhielt der abtretende CEO einen fixen Lohn von 3,35 Millionen Franken. Sein Bonus, der zu zwei Dritteln auf den genannten Kennzahlen beruht, belief sich aber auf 9,5 Millionen Franken. Gefährdet ist wegen der Beschattungsaffäre auch der letzte Drittel seines Bonus, der auf weichen Kriterien beruht. Im Moment gibt es darum Streit mit dem Verwaltungsrat, denn dieser ist offenbar nicht bereit, Thiams Berechnung vorbehaltlos zu akzeptieren. Dazu sagt Sprecher Sebastian Kistner: «Das Kompensationskomitee entscheidet, was bei den bereinigten Zahlen inkludiert wird und was nicht.»

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